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„Fest der Religionen“: Der Engel machte überall Station

Der „Engel der Kulturen“ am Ziel

Der „Engel der Kulturen“ am Ziel

Foto:

Mager

Euskirchen -

Zum zweiten Mal nach 2011 hat der „Arbeitskreis Christen und Muslime in Euskirchen“ zum „Fest der Religionen“ in die Innenstadt eingeladen. Eine ungewöhnliche und aufsehenerregende Aktion fand bereits vor der offiziellen Eröffnung auf dem Klosterplatz statt. Der Arbeitskreis hatte die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten gewinnen können, mit ihrer sozialen Plastik „Engel der Kulturen“ nach Euskirchen zu kommen. Im Innenkreis des 1,50 Meter hohen Stahlrades sind ein Kreuz als Symbol für das Christentum, ein Stern als Symbol für das Judentum und ein Halbmond als Symbol für den Islam zu sehen. „Dass dabei die Form eines Engels entstand, war unbeabsichtigt“, erklärte Carmen Dietrich in ihrer Ansprache. Doch sei der Engel in allen drei Religionen von Bedeutung.

Dieses Rad rollten die Künsteler sowie Vertreter der Religionsgemeinschaften zu acht Stationen in Euskirchen, unter anderem den drei Gemeinden und dem Platz der ehemaligen Synagoge. An allen Stationen legten die Begleiter die Skulptur auf den Boden, füllten sie mit Sand und hinterließen somit ein Zeichen. Ein Abbild der Skulptur wird künftig als Intarsie auf dem Rüdesheimer Platz eingelassen.

Unter den rund 30 Menschen, die sich auf den Weg gemacht hatten, war auch Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin für Integration beim NRW-Landesministerium für Arbeit, Integration und Soziales. „Es ist eine gute Botschaft, die heute von Euskirchen ausgeht. Was ich gesehen habe, stimmt mich zuversichtlich“, sagte sie. Das Fest transportiere die Aussage von gegenseitigem Respekt und Humanismus. Es sei allerdings gefährlich, die Integrations-Debatte nur auf Religion zu beschränken. „Religion kann integrations-hemmend sein, muss es aber nicht“, so Kaykins Meinung.

Alles, was neu sei, schüre zunächst einmal Ängste. Diese müssten abgebaut werden. Sichtlich stolz zeigte sich Bürgermeister Dr. Uwe Friedl: „Wir wollen mit dem Fest dokumentieren, dass es die Gemeinsamkeit hier schon seit Jahren gibt. Euskirchen ist da vielleicht sogar vorbildhaft. Natürlich gibt es aber auch in Euskirchen – man soll nicht alles schön reden – Dinge, wo man nicht genug voneinander weiß.“ Während der Ansprachen machten bereits die ersten gefüllten Teegläser die Runde. Um die Mittagszeit rollten die Damen der türkisch-islamischen Gemeinde eine Lahmacun (türkische Pizza) nach der anderen, um den Hunger der Besucher zu stillen. Ruhig wurde es auf dem Klosterplatz, als der katholische Diakon Werner Jakobs, der evangelische Pfarrer Frank Thönes und der islamische Imam Osman Can zum Gebet auf die Bühne traten. Die Gebete sprachen sie nacheinander, da es unterschiedliche Ansichten im Glauben gebe und diese respektiert und beibehalten werden sollen, so Rolf Kips vom Arbeitskreis (AK). Laut AK-Mitglied Horst Belter seien auch die übrigen Religionsgemeinschaften in Euskirchen eingeladen worden, aber nicht zum Fest gekommen.


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