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ADAC-Fahrsicherheitszentrum: Sicherheit und Souveränität gefragt

Weilerswist -

Nein, einen Hubschrauberlandeplatz hat das ADAC-Fahrsicherheitszentrum an der Osttangente in Weilerswist nicht. Aber trotzdem ist Rockstar Peter Maffay hier schon nachts gelandet, weil er zum dringenden Termin ins Brühler Phantasialand musste. Doch das ist eine Ausnahme, wie Michael Tück einräumt, der seit zehn Jahren die gut ausgerüstete Anlage betreibt und deshalb am Donnerstag kommender Woche Jubiläum feiert.

Dennoch sieht man auf der weitläufigen Anlage neben der A 61 auch schon mal Prominente, die hier ihr fahrerisches Können verbessern wollen: „Die Ludolfs vom Schrottplatz waren schon hier und haben auf der Anlage geübt, die Mädels von Wonderwall oder die Wise Guys“, zählt Tück auf. Außerdem kommen natürlich auch immer mal Stars der Motorsportszene, etwa Rennfahrerin Sabine Schmitz, die das Renntaxi am Nürburgring fährt, oder Harry Müller, der als Driftweltmeister einen legendären Ruf genießt. Und NRW-Innenminister Ralf Jäger, selbst begeisterter Motorradfahrer, hat hier auch schon mal reingeschaut.

Jährlich kommen 15 000 Nutzer

Spektakulärer war da aber das Gastspiel von Oliver Ronzheimer, der mit qualmenden Reifen auf einem Motorrad treppauf, treppab jagte und mal auf dem Vorderrad, mal auf dem Hinterrad waghalsige Motorradstunts vollführte.

Das ist nicht das Ziel der Fahrsicherheitstrainings, die Tück und seine Mannschaft hier im Auftrag des ADAC anbieten. „Hier geht es um Sicherheit, um Souveränität und darum, sein fahrerisches Können zu verbessern. Alles, was nur mit Rennsport zu tun hat, findet hier nicht statt“, stellt Michael Tück klar.

Gebaut wurde die Anlage zunächst mit einem Übungsmodul auf einem Hektar Grundfläche im Jahr 1993 auf Initiative des heutigen ADAC-Ehrenpräsidenten Otto Flimm. Drei Jahre später wurde eine 60 Meter lange Rutschpiste angebaut. 2013/14 wurde der Platz voll ausgebaut.

Dass die Anlage mit sechs Hektar Grundfläche und sechs Übungsmodulen einen guten Ruf genießt, beweisen die jährlichen Besuchszahlen von bis zu 15 000 Menschen.

Rund die Hälfte aller Nutzer des Fahrsicherheitszentrums sind Kunden, die Einzelkurse buchen, ganz gleich, ob mit dem Auto, dem Motorrad oder mit Wohnwagen- und Anhängergespannen, dem Wohnmobil und Kleintransporter. Die Fahrsicherheit, richtiges Bremsen, kontrolliertes Kurvenfahren, exaktes Ausweichen vor plötzlich auftretenden Hindernissen – das alles üben die Kunden mit ihren eigenen Fahrzeugen.

„Es ist klar, dass bei uns Sicherheit großgeschrieben wird. Unsere Trainer sind gut ausgebildet und lassen unsere Trainierenden nur das machen, was auch sicher ist“, sagt Tück. Trotzdem komme es ganz selten auch mal zu Unfällen, wenn etwa ein Motorradfahrer anhalte und vergesse, die Beine zu strecken – und er dann umkippe.

Nicht nur Einzelkunden hat das Fahrsicherheitszentrum. Immer häufiger buchen Firmen die Anlage ganz oder teilweise. Mercedes, BMW, Citroën, Ford, Mazda, Porsche, Renault, Suzuki, Volkswagen oder der Reifenhersteller Continental gehören zu den Stammkunden.

Ein Zehntel aller Motorrad-Trainingsteilnehmer aus Deutschland üben in Weilerswist. Gefahrbremsung, sicheres Ausweichen und ruckelfreies Langsamfahren sowie geschmeidige Kurvenfahrten stehen da auf dem Programm.

„Wir nehmen auch an großen Veranstaltungen im gesamten Regierungsbezirk teil. Dabei läuft der Betrieb in Weilerswist natürlich weiter“, so Tück. Am Jahresanfang, als die ADAC-Krise die Öffentlichkeit erschütterte, straften die Kunden das Fahrsicherheitszentrum in Weilerswist ab: „Da hatten wir drei Monate lang bis zu 40 Prozent Umsatzeinbußen, dabei hatten wir ja mit dem Skandal nichts zu tun“, sagt Tück. Er lässt übrigens auch die örtlichen Feuerwehren auf der Anlage üben. Denn deren Einsatzkräfte müssen ja im Alarmfall erst mal mit Privatfahrzeugen zur Wache eilen.

www.meinFahrtraining.de


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