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Asylpolitik im Kreis Euskirchen: Kühn-Mengel findet Brief an die Kanzlerin unseriös

CDU-Bundestagsabgeordneter Detlef Seif musste viel Kritik von der SPD-Abgeordneten Helga Kühn-Mengel einstecken.

CDU-Bundestagsabgeordneter Detlef Seif musste viel Kritik von der SPD-Abgeordneten Helga Kühn-Mengel einstecken.

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Johannes Mager

Kreis Euskirchen -

Die beiden Bundestagsabgeordneten, die den Kreis Euskirchen in Berlin vertreten, sind mächtig aneinandergeraten. Detlef Seif (CDU) gehört zu den 44 Unionsabgeordneten, die in einem Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Änderung ihrer Flüchtlingspolitik auffordern. Das sei „unseriös“, wirft die SPD-Abgeordnete Helga Kühn-Mengel daraufhin Seif vor: „Ich höre von Herrn Seif zu diesem Thema zwar viel populistisches Getöse, konstruktive Lösungsvorschläge bleibt er jedoch schuldig.“ Statt seine Zeit in das Unterzeichnen von Briefen zu investieren, rät sie Seif eine Rückbesinnung auf die Sacharbeit. „Denn durch dieses Schreiben wird kein Flüchtling weniger nach Deutschland kommen“, so Kühn-Mengel weiter.

Die Antwort Seifs ließ nicht lange auf sich warten: „Da hat Frau Kühn-Mengel jede Menge Schaum vor dem Mund. Es ist doch die SPD, deren Vorsitzender Gabriel in der Asylpolitik mit seinem vollen Gewicht auf der Bremse steht.“

„Attraktivität senken“

Kühn-Mengel habe über dieses Thema nicht einmal mit ihm gesprochen, so Seif. Als Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Asyl- und Migrationsfragen befasse er sich seit Monaten sehr intensiv mit der Thematik. Ziel der Unterzeichner des Briefs an Merkel sei es, das Asylgesetz umzusetzen, so dass Flüchtlinge, die aus einem sicheren Drittland – vor allem Österreich – an der Grenze zurückgewiesen würden. „Die Attraktivität Deutschlands für Flüchtlinge muss gesenkt werden“, so Seif. Denn die Aufnahme von derzeit 2500 Menschen und in den wärmeren Jahreszeiten bis zu 10 000 Menschen am Tag überfordere das Land.

„Gerade wenn man den Menschen, die Schutz benötigen, helfen will, muss man die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland senken“, fordert Seif. Schon heute fehlten Tausende an Lehrern und Erziehern, um die Kinder der Flüchtlinge zu beschulen und in den Kitas zu betreuen. Kühn-Mengel fordert eine schnellere Behandlung der Asylanträge sowie mehr Unterstützung für die Herkunftsstaaten: „Für jeden Euro, den wir in Flüchtlingscamps in den Nachbarstaaten von Syrien investieren, sparen wir darüber hinaus vor Ort eine Menge Geld“, erklärte die Sozialdemokratin.