Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Bahnverkehr in Euskirchen: Zunehmende Zugausfälle - Über 11 300 Minuten Verspätung

Einer der neuen Züge der Deutschen Bahn.

Einer der neuen Züge der Deutschen Bahn.

Foto:

Privat

Euskirchen -

Trotz der aufgeheizten Stimmung im Euskirchener City-Forum blieb die Diskussion sachlich. Mehr als 90 Bahnkunden waren dem Aufruf der Facebook-Gruppe „Eifelpendler“ gefolgt und brachten ihre Beschwerden gegenüber der Deutschen Bahn bei einem Informationsabend vor.

Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2014 und dem Einsatz der neuen Lint-Züge haben die „Eifelpendler“ in akribischer Arbeit dokumentiert, dass die Bahn allein auf den Strecken Bonn–Bad Münstereifel und Trier–Köln inzwischen 11 377 Minuten oder umgerechnet knapp acht Tage Verspätung eingefahren hat. Zudem habe es in dieser Zeit 84 Komplettausfälle und 33 Teilausfälle gegeben.

Die Pendler kritisierten etwa die langen Türöffnungszeiten der neuen Regionalbahn, die zu engen Sitzreihen, die einen schnellen Fahrgastwechsel unmöglich machen, und die zu geringen Beschleunigungswerte. Wegen der Veränderungen im Fahrplan seien die Anschlüsse schlechter getaktet, so dass es durch die häufigen Verspätungen für viele Pendler notwendig sei, morgens einen früheren Zug zu nehmen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen.

Auch abends müsse man längere Fahrzeiten in Kauf nehmen, hieß es. Dies sei für die Kunden nicht tragbar, erklärte Gaby Cremer, die Gründerin der Gruppe „Eifelpendler“. Sie hatte mit Hans-Werner Ignatowitz vom Fahrgastverband Pro Bahn auch Vertreter der Deutschen Bahn eingeladen.

60 zusätzliche Mitarbeiter

Dirk Helfert, Leiter der DB Regio AG, Region NRW, machte deutlich, dass er die Probleme der aufgebrachten Bahnkunden sehr ernst nehme: „Wir können unser Versprechen nicht halten, arbeiten aber daran, kurzfristig akzeptable Lösungen zu schaffen.“ Angesprochen auf die schlechte Informationspolitik der Bahn bei Verspätungen und Ausfällen, erklärte Helfert, dass ab der kommenden Woche zusätzliche Mitarbeiter zur Information auf den Bahnsteigen vor Ort eingesetzt würden. Zudem sei geplant, im Rheinland 60 zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Eine erneute Fahrplanänderung sei allerdings nicht möglich, da die neuen Fahrpläne immer europaweit im Dezember in Kraft treten. Helfert würdigte das Engagement der Facebook-Gruppe. Er schaue sich deren Seite regelmäßig an, um in puncto Probleme der Kunden immer auf dem Laufenden zu sein.

Melissa Müllenmeister, die die „Eifelpendler“ bei Facebook betreut (hier klicken), berichtete, dass alleine in den zwei Stunden der Veranstaltung die Gruppe von 991 auf 1051 Mitglieder gewachsen sei.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?