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Kölnische Rundschau | Bildungsausschuss in Schleiden: Caritas-Haus als Zentrum nutzen?
16. February 2016
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Bildungsausschuss in Schleiden: Caritas-Haus als Zentrum nutzen?

Ist der „Kulturschock“ schon Geschichte? Am 3. März wird sich der Stadtrat noch einmal mit dem Thema befassen.

Ist der „Kulturschock“ schon Geschichte? Am 3. März wird sich der Stadtrat noch einmal mit dem Thema befassen.

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Küpper

Für das Kulturleben in Schleiden könnte am Montag eine Wende eingetreten sein. Denn in nichtöffentlicher Sitzung lehnte der Bildungsausschuss den Antrag der Verwaltung ab, das ehemalige Caritas-Haus anzumieten, derzeit Sitz des „Kulturschocks“ der Künstlerin Maf Räderscheidt. Sie ist sachkundige Bürgerin der FDP, beteiligte sich aber nicht an der Diskussion. Am Dienstag reagierte sie dann eindeutig auf die Abstimmung: „Damit ist der Kulturschock Geschichte.“

Die Verwaltung hatte ein Paket mit Maßnahmen zur „Integration der Asylbewerber in der Stadt Schleiden“ (s. „Die Diskussion um das Maßnahmenpaket“) vorgelegt. Diese sollten mindestens bis Ende 2017 durchgeführt werden – Kosten maximal 144 000 Euro, also 72 000 pro Jahr.

In der Sitzungsvorlage war zur Durchführung dieses Projekts kein Ort angegeben – doch jeder Politiker wusste, dass es um das alte Caritas-Haus ging, in dem Räderscheidts Kulturschock Quartier bezogen hatte. Schließlich sollte dieses Haus im nichtöffentlichen Teil der Sitzung Thema sein.

Die Schleidener Politik ist durchaus für Überraschungen gut. Aber was dann – nachdem Für und Wider im öffentlichen Teil lange diskutiert worden war – passierte, hatten die Zuhörer bisher wohl noch nicht erlebt. „Wer ist für die Vorlage?“, fragte Vorsitzender Manfred Müller (CDU). Keiner hob die Hand. „Wer ist dagegen?“ Keiner hob die Hand. „Wer enthält sich?“ Keiner hob die Hand. Schweigen.

Müller startete einen weiteren Versuch, verlas erneut den Beschlussvorschlag und fragte wieder: „Wer ist für die Vorlage?“ Karsten Düppengießer-Funken und Nicole Müller von der FDP hoben die Hand, der Rest enthielt sich. Damit war das Paket angenommen.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Der Ausschuss beauftragte den Bürgermeister, Fördermittel zu beantragen. Der Ausschuss folgte auch dem SPD-Antrag, kurzfristig einen „runden Tisch“ einzuberufen. Dabei sollen Vertreter von Verwaltung, Politik, Gewerbetreibende und Flüchtlingsorganisationen Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Dann aber folgte der nichtöffentliche Teil mit dem Tagesordnungspunkt „Nutzung des ehemaligen Caritas-Hauses, Am Markt 32“ – das Gebäude, in dem der „Kulturschock“ beheimatet ist. Dazu Bürgermeister Udo Meister nach der Sitzung: „Die Integrationsaufgaben müssen ja irgendwo verortet werden.“

Aus Sicht der Verwaltung biete sich dieses Haus an. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, stimmte die FDP diesem Vorschlag zwar zu, konnte sich aber nicht gegen die anderen Fraktionen durchsetzen, die nicht für das ehemalige Caritashaus als „Dach“ für die vorgeschlagenen Maßnahmen votierten.

Das letzte Wort in dieser Sache hat der Stadtrat, der am Donnerstag, 3. März, tagt. Auf Nachfrage sagte SPD-Chef Wolfgang Heller nach der Sitzung: „Die Grundsatzentscheidung hätte in den öffentlichen Teil der Sitzung gehört. Ich werde dies in der Ratssitzung am 3. März beantragen.“ CDU-Chef Jochen Kupp erklärte: „Es lag kein Nutzungskonzept vor. Wenn ein gutes Nutzungskonzept auf den Tisch kommt, sind wir durchaus gewillt, da etwas zu entwickeln.“

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