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Gebäude in Blankenheim-Wald: Freilichtmuseum hat Interesse an historischem Bahnhof

Der Bahnhof in Blankenheim (Wald) steht seit langem leer. Das Freilichtmuseum Kommern hat nun zum Interesse an der markanten Immobilie bekundet.

Der Bahnhof in Blankenheim (Wald) steht seit langem leer. Das Freilichtmuseum Kommern hat nun zum Interesse an der markanten Immobilie bekundet.

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Sie möchte das Gebäude in die Baugruppe Marktplatz Rheinland verlegen. (Foto: Puderbach)

Blankenheim -

Für das seit Jahren leerstehende Bahnhofsgebäude in Blankenheim Wald zeichnet sich eine neue Lösung ab: Das Freilichtmuseum Kommern hat Interesse bekundet, das historische Gebäude zu übernehmen. „Der Bahnhof würde hervorragend in unsere neue Baugruppe Marktplatz Rheinland hineinpassen“, sagte Dr. Michael Faber, der stellvertretende Leiter des Freilichtmuseums, auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Wir werden keine Bahnlinie im Freilichtmuseum eröffnen, aber mit Hilfe des Bahnhofsgebäudes könnten wir die Verkehrsanbindung eines rheinischen Ortes nachstellen“, so Faber weiter. Das Museum habe auch schon einen Güterwaggon gekauft, diesen habe man für die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg benötigt.

Die ehemalige Bahnhofsgaststätte wurde früher mit einem Kachelofen beheizt. (Archivfoto: Hilgers)

Die ehemalige Bahnhofsgaststätte wurde früher mit einem Kachelofen beheizt. (Archivfoto: Hilgers)

Das Gebäude des Bahnhofs Blankenheim (Wald) stehe schon länger auf der Beobachtungsliste des Museums. „Es ist auch der einzige Bahnhof auf dieser Liste“, berichtete er. Bei dem Gebäude handele es sich um ein zeittypisches Bauwerk. Faber: „Es ist nicht das große Kunstwerk, wie etwa der Bahnhof Kottenforst, der komplett in Fachwerk errichtet wurde.“ Das Blankenheimer Gebäude sei eher ein Zweckbau in Normbauweise, lediglich das Lager erscheine im Fachwerkstil.

Bereits mehrfach besichtigten Museumsmitarbeiter das leerstehende Bahnhofsgebäude. Anfang März soll es eine weiteren Ortstermin geben, an dem neben Museumsleiter Dr. Josef Mangold auch der Bauhistoriker des Museums teilnehme.

„Es ist durchaus machbar, den Bahnhof erst abzubauen, ihn in Einzelteilen ins Museum zu transportieren und anschließend wieder aufzubauen“, erklärte Faber. Der Hausarchitekt werde schon eine praktikable Lösung ausarbeiten.

Bis zu einem möglichen Umzug des Bahnhofsgebäudes wird aber noch einige Zeit verstreichen. „Für dieses und kommendes Jahr stehen schon einige andere Projekte auf der Agenda“, so der Museumsmann. So sollen in diesem Jahr Wellblechhütten, die einst als Notunterkünfte für Flüchtlinge dienten, in der Kommerner Einrichtung aufgebaut werden.

Am kommenden Dienstag, 1. März, 18 Uhr, wird sich der Ausschuss für Gemeindeentwicklung zum wiederholten Mal mit dem Bahnhofsgebäude befassen. „Die Gemeinde selbst wird derzeit bis auf notwendige Unterhaltungsmaßnahmen, insbesondere im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht, keine weiteren Mittel für den Bahnhof aufwenden, so lange nicht über die Zukunft des Gebäudes entschieden ist“, heißt es in der entsprechenden Sitzungsvorlage.

„Wir stellen gerade den Haushaltsplan auf, Gelder für das Bahnhofsgebäude sind darin nicht vorgesehen“, berichtete Gemeindekämmerer Erwin Nelles auf Nachfrage. Bislang habe im Rahmen der Vorgespräche keine Fraktion den Wunsch geäußert, Mittel für eine Umgestaltung des Gebäudes bereitzustellen. „Entsprechende Anträge könnten aber noch im Rahmen der Haushaltsberatungen gestellt werden“, erklärte er.

Nelles bestätigte die Verhandlungen mit dem Freilichtmuseum. „Denen fehlt noch ein Bahnhof“, berichtete er.

Wenig begeistert von der Verlegung des Bahnhofsgebäudes ist die IG Bahnhof Blankenheim (Wald). „Wir haben die Vorlage mit gemischten Gefühlen gelesen“, sagte IG-Sprecher Alex Oeliger. „Für uns wäre der Deal mit dem Freilichtmuseum die vorletzte Option, die ganz knapp vor dem Abriss kommt.“ Man wünsche sich stattdessen ein klares Votum des Gemeinderats, mit dem die Aktivitäten der IG unterstützt würden.

Nach Karneval hatte die IG einen Aktionstag am Bahnhof organisiert. Im Laufe dieses Tages hatten auch zahlreiche Politiker das Gebäude besucht und sich die Immobilie zeigen lassen. „Die ganzen höheren Politiker unterstützen uns moralisch, konkrete Fördermittel können sie uns aber auch nicht in Aussicht stellen“, berichtete Oeliger. Man sei aber in aussichtsreichen Gesprächen mit privaten Investoren, die bereit seien, namhafte Beträge für den Bahnhof bereitzustellen. „Dies alleine wäre aber nicht ausreichend, wir bräuchten trotzdem noch Fördermittel“, sagte der IG-Sprecher.

Am vergangenen Samstag habe die IG die Glaadter Hütte besichtigt, ein ähnliches Objekt, das bei Jünkerath direkt am Kylltalradweg liegt. Für deren Umbau habe es Fördermittel gegeben. „In Blankenheim Wald wäre noch viel mehr möglich“, so Oeliger.

Eigentlich wollte die IG als nächsten Schritt einen Verein oder eine Genossenschaft gründen, um die Entwicklung des Bahnhofsgebäudes voranzutreiben. „Doch nun fühlen wir uns, als würde uns der Bahnhof unterm Hintern weggezogen“, sagte der IG-Sprecher. Seine Forderung: „Man sollte uns einen Zeitraum bis 2018 lassen, um eine Lösung für das Gebäude zu finden.“ Denn bis zu diesem Zeitpunkt sei auch klar, ob und wann die eigentliche Bahnhofsanlage barrierefrei modernisiert werde.

www.blankenheim-wald.jimdo.com