Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Bürgerinitiative: Widerstand gegen Kraftwerk formiert sich

Johannes Pinn warb für eine neue Fernwärmeversorgung.

Johannes Pinn warb für eine neue Fernwärmeversorgung.

Eifelland -

Links der idyllische Rursee, rechts ein zerstörerischer Bagger. Sehr plakativ kommt die Internetseite www.rettet-den-rursee.de daher. Dahinter stecken einige Heimbacher, die den Protest der See-Anrainer gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee bündeln wollen. Mit dabei sind etwa Christoph Pranter aus Vlatten und Josef Jörres, der in Hausen Ortsvorsteher ist und für die UWV im Heimbacher Stadtrat sitzt.

Gemeinsam mit Mitstreitern wollen sie eine Bürgerinitiative gegen das Vorhaben der Aachener Firma Trianel gründen. Um den Protest zu bündeln, haben sie unter anderem die Internetseite online gestellt. Es dauerte keine zwei Stunden, da hatte sich bereits der erste Interessent angemeldet. Gestern – gut drei Tage nach Veröffentlichung der Seite – stand der Zähler bereits bei über 700 Menschen, die sich über die Gründung und die Aktivitäten der Bürgerinitiative informieren lassen möchten.

„Überleben einer Region steht auf dem Spiel“

Die Initiatoren sehen sich bestätigt. „Das Interesse ist unglaublich. Der Zähler läuft und läuft. Wir haben offenbar die Bürgerbereitschaft, die da war, auf die Seite gelenkt“, sagen die Verantwortlichen.

Auf der Internetseite formulieren sie ihre Ziel: Das einmalige Naturparadies Rursee soll bewahrt und die Trianel-Pläne gestoppt werden. „Das Überleben einer ganzen Region steht auf dem Spiel“, finden die Macher der Seite. Der Bau des Pumpspeicherkraftwerks am Rursee komme einem „ökologischen und touristischen Totalschaden für die schützenswerte Rureifel“ gleich. Auf die Nationalpark-Region kämen durch das Bauvorhaben 200 000 Lkw-Schwertransporte (etwa 115 pro Tag) zu, die durch die Dörfer müssten und den naturnahen Tourismus „an die Wand fahren“ würden.

Die Initiatoren wollen daher die Finger in die Wunden legen. Ihrer Ansicht nach birgt das Kraftwerk unabsehbare ökologische und wirtschaftliche Risiken. Skeptisch sind die Protestler, ob die Firma Trianel, die bislang keine Erfahrung im Bau solcher Anlagen habe, ein solches Mammut-Projekt stemmen könne. „Ich habe auch schon mal eine Radmutter angezogen, doch ich könnte noch längst nicht in der Formel 1 Reifen wechseln“, bemüht einer der Initiatoren einen Vergleich. Ohne Erfahrung setze das Unternehmen eine ganze Region in ein Versuchsstadium.

www.rettet-den-rursee.de


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?