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Dauerausstellung in der Landesburg: Salentins Vermächtnis restauriert

In der Landesburg in Zülpich sind nun zahlreiche Gemälde von Hubert Salentin dauerhaft zu sehen.
 

In der Landesburg in Zülpich sind nun zahlreiche Gemälde von Hubert Salentin dauerhaft zu sehen.

 

Foto:

Mager

Zülpich -

Erst in seinem letzten Lebensabschnitt nahmen die Menschen seiner Heimatstadt den Zülpicher Hubert Salentin als Maler wahr. Zwar hatte er, bevor er die Stadt Richtung Düsseldorf verließ, einige Zülpicher, insbesondere Gerichtsvollzieher und Lehrergattinnen, porträtiert, doch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts trat die Zülpicher Industriellendynastie Sieger mit Salentin in Kontakt. 1908 ließ sich die Familie Sieger in Farbe festhalten. In einer Abwandlung des Bilds „Die Kapuzinerpredigt“ malte Salentin die Familienmitglieder 1901 als Zuhörer der Predigt eines Kapuzinermönchs vor den Toren Zülpichs – im Hintergrund die Landesburg, in der die Familie lebte.

Finanziert mit Erbschaft und Fördermitteln

Dort auf der Landesburg, wo bereits die Zülpicher Geschichtswerkstatt ihre Heimat gefunden hat, werden nun dauerhaft 40 der 50 Gemälde gezeigt, die der Künstler noch zu Lebzeiten der Stadt Zülpich schenkte. Es handele sich um Bilder, die einst in der Propstei gezeigt worden seien, dann aber für Jahre in einem Depot gelegen hätten, da sie stark restaurierungsbedürftig gewesen seien, erklärte Bürgermeister Albert Bergmann. Im Juli 2010 wurden einige Salentin-Werke anlässlich seines 100. Todestags ausgestellt. Aber nun ist die Restaurierung vollendet. „Die Stadt Zülpich konnte von einem neu aufgelegten Restaurierungsprogramm des Landes NRW profitieren“, sagte Bergmann . „Zum anderen erklärte sich die Manfred-Vetter-Stiftung auf Burg Langendorf in großzügiger Weise dazu bereit, die Finanzierung von Restaurierungsmaßnahmen der sogenannten Schwarzwald-Studien Salentins vollständig zu übernehmen.“ Die Mietkosten für den Ausstellungsraum in der Landesburg könnten von der Stadt aus der Erbschaft des 2010 verstorbenen Heinrich Junkers

dorff beglichen werden.

Rund 30 Zeichnungen, die Salentin angefertigt hat und die zuvor nicht zu sehen waren, ergänzen die Gemäldeausstellung. Neben den Ehrenamtlern des Zülpicher Geschichtsvereins und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung dankte der Bürgermeister insbesondere Hans-Gerd Dick. Der Historiker erörterte in seinem kurzweiligen und informativen Vortrag Salentins Bezug zu Zülpich und zur Landesburg – und warum er wegzog. In Zülpich sei das Dasein des Nagelschmieds vorgezeichnet gewesen „als Handwerker mit künstlerischen Ambitionen, der gelegentlich Verwandte und Nachbarn porträtiert“. Doch in Düsseldorf sei der Maler „im Habitus seinem Zülpicher Herkommen“ verhaftet geblieben. So sei er kein Teil der Düsseldorfer Künstlerboheme gewesen und habe den Anekdoten nach bei Banketten stets „peinlich berührt“ den Blick gesenkt, wenn ihm eine Tischdame in schulterfreiem Kleid und Dekolleté zugeteilt worden sei.

Im Übrigen sei auch das Konzept einer Verbindung von Gartenschau und Kunst kein neues, erläuterte Dick hinsichtlich der besonderen Bedeutung, die der Burg im Rahmen der Landesgartenschau 2014 zuteil werden soll. Denn bereits 1909 habe der Zülpicher Bürgermeister Josef Zander Salentin um einige Bilder gebeten, die bei der „Provinzial-Obst- und Gartenbauausstellung“ gezeigt werden sollten. Darauf habe Salentin geschmeichelt reagiert, so Dick. „Offenbar war er, der europaweit Geehrte, doch vergrätzt, noch keine offizielle Würdigung durch seine Vaterstadt erhalten zu haben.“

Das nahmen auch Margrit Adams-Scheuer und Ralf Engels, die Vorsitzenden des Zülpicher Geschichtsvereins, auf die Schippe. „In einigen Städten endet der Horizont seiner Bewohner an der Stadtmauer. Und die ist noch nicht in allen Städten abgerissen“, witzelte Engels in der Rolle Salentins.

Zwischen den Vorträgen unterhielten Rebecca und Helena Reibold die Anwesenden mit wunderbaren Querflöten-Stücken.

„Hubert Salentin“-Ausstellung:

samstags 13 bis 16.30 Uhr, sonntags und feiertags 11 und 16.30 Uhr, mittwochs und freitags 14 bis 16.30 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.