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Firma Trianel: Weiter wachsam bleiben

Rursee -

In den Jubel über den Rückzieher der Firma Trianel hatte sich bei den Gegnern des geplanten Pumpspeicherkraftwerks (PSW) am Rursee schnell auch Skepsis gemischt. Denn noch steht die Änderung des Regionalplans im Raum, die den Weg frei machen sollte für den Bau des Oberbeckens bei Schmidt. Daher will die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Rursee“ wachsam bleiben: „Für uns ist das Projekt PSW Rur erst durch die Rücknahme des Antrags auf die Errichtung des Oberbeckens bei der Bezirksregierung in Köln beendet.“

Ärger über Schuldzuweisung

In der Domstadt ist unterdessen noch kein entsprechendes Schreiben der Firma Trianel eingegangen. Ein Sprecher der Bezirksregierung sagte gestern auf Nachfrage der Rundschau: „Wir haben den Kenntnisstand der Pressemitteilung. Bei uns ist schriftlich noch nichts anderes eingegangen.“ Im Übrigen liege die Entscheidung über die Änderung des Regionalplans beim Regionalrat.

Dessen Vorsitzender Rainer Deppe (CDU) ist bekennender Befürworter der Pumpspeicher-Technik. Daher habe er sich doch sehr geärgert, dass Trianel die Schuld für das Scheitern „dem Regionalrat in die Schuhe geschoben hat“. Schließlich sei die Plan-Änderung nicht abgelehnt, sondern wegen fehlender Informationen lediglich vertagt worden.

Trianel-Pressesprecher Elmar Thyen will diesen Eindruck Deppes geraderücken: „Wir haben ausdrücklich nicht dem Regionalrat die Schuld in die Schuhe geschoben. Die Verschiebung der Entscheidung war nur der Auslöser, es fehlte darüber hinaus einfach an einem breiten politischen Rückhalt.“ Im gleichen Atemzug spricht er dem Vorsitzenden des Regionalrats ein ausdrückliches Lob aus. „Wir haben Rainer Deppe als integeren Politiker kennen und schätzen gelernt“, so Thyen, der auf Nachfrage bestätigte, dass sein Unternehmen gestern ein Schreiben an die Bezirksregierung Köln gesandt habe. Das habe den Tenor der Pressemitteilung zum Inhalt und sage aus, dass Trianel nicht mehr für das Projekt am Rursee zur Verfügung stehe. Eine Formulierung, die nichts darüber aussagt, ob mit dem Schreiben auch der Antrag auf eine Regionalplan-Änderung zurückgezogen wird. Ob das eine formale Antrags-Rücknahme sei, müsse er, so Thyen, mit den Firmenjuristen klären.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ will also weiterhin wachsam bleiben. Doch zunächst ist es den Verantwortlichen ein Anliegen, sich zu bedanken. „Die Solidarität und der Zusammenhalt rund um den See waren unglaublich. Über alle Gemeindegrenzen und alle politischen Parteien hinweg hat der Kampf gegen das Monsterprojekt die Menschen am See und die Freunde der Region vereint“, schreiben sie in einer Mitteilung. Gleichzeitig erklären die Verantwortlichen, dass sich die Bürgerinitiative nun keinesfalls auflösen werde. Die BI habe sich in ihrer Satzung den Auftrag gegeben, für den Erhalt des Naturraums und das Wohlergehen des Sees einzustehen. „Das werden wir auch weiterhin tun“, so die Verantwortlichen. Es stünden noch zu viele unbeantwortete Fragen im Raum. So habe die Regierungspräsidentin mit der Überprüfung der „Gemeingebrauchsverordnung“ für den See das nächste Fass aufgemacht.

Wie die Bezirksregierung mitteilte, soll die Verordnung zum 1. Juli erlassen und bis zum 30. Juni 2014 befristet werden. In dem Zeitraum werde geprüft, ob aus wasserwirtschaftlichen oder sonstigen öffentlichen Interessen der Gemeingebrauch im bisherigen Umfang langfristig zugelassen werden könne.

Mit Gemeingebrauch sind hier der Wassersport und andere Erholungsnutzungen gemeint. Es könnte also erneut Ungemach drohen. „Die BI wird hier beobachten, wie die weitere Entwicklung verläuft und notfalls Alarm schlagen“, heißt es in der Mitteilung weiter.


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