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Verfolgungsjagd in der Eifel: Mutiger Lkw-Fahrer verfolgt dreiste Dieseldiebe

Die Feuerwehrleute fingen den gestohlenen und aus den Fässern ausgelaufenen Dieselkraftstoff auf.

Die Feuerwehrleute fingen den gestohlenen und aus den Fässern ausgelaufenen Dieselkraftstoff auf.

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privat

Freilingen/Lommersdorf -

Nächtliche Jagdszenen hielten in der Nacht zum Donnerstag zumindest einen Teil der Freilinger Bevölkerung auf Trab. Während der Rest den Schlaf der Gerechten genoss, waren die leichter zu weckenden Nachbarn Zeugen einer spektakulären Verfolgungsjagd auf Spritdiebe. „Obwohl hier lange der Polizeihubschrauber über dem Ort kreiste, haben viele Anwohner das doch nicht mitbekommen“, berichtete Freilingens Ortsvorsteherin Simone Böhm dieser Zeitung.

Nachdem zum dritten Mal bei einem nächtlichen Diebstahl der Diesel aus seinem Fahrzeug gestohlen worden war, hatte ein Lkw-Fahrer aus Lommersdorf nach Angaben der Polizei ein Alarmsystem am Tank installiert, das bei Abpumpversuchen eine Mitteilung auf sein Mobiltelefon sendet. Deshalb wusste er sofort Bescheid, was los war, als sein Handy Alarm schlug.

Auf frischer Tat ertappt

Er sprang in die bereitliegende Kleidung und mit seiner Freundin in das Auto. Ortsvorsteherin Böhm berichtete, dass die Spritdiebe noch bei der Arbeit gewesen seien, als die beiden auf dem Parkplatz an der VR-Bank in Lommersdorf ankamen, wo der Lkw geparkt war. Völlig überrascht seien die Diebe in ihren Kleintransporter gesprungen. Doch hatten sie in der Eile vergessen, die Türen zu schließen. Bei ihrer überstürzten Flucht ließen die Diebe nicht nur eine Hochleistungspumpe zurück, sondern verloren auch noch mehrere Kanister, die zum Teil gegen das Auto des mutigen Lkw-Fahrers fielen.

Doch so einfach wollte dieser die Diebe nicht entkommen lassen. Nachdem er die Polizei alarmiert hatte, nahm er die Verfolgung des Transporters auf, der über die L115 in Richtung Freilingen geflohen war. Derartig unter Druck gesetzt und von den winterlichen Straßenverhältnissen offenbar überfordert, geriet der Transporter laut Böhm am Ortseingang ins Schleudern, wobei er wieder mehrere Kanister mit gestohlenem Diesel verlor.

Endgültig zu Ende war die Flucht am Marienplatz, als der Fahrer auf der glatten Fahrbahn die Kontrolle über den Wagen verlor und gegen eine Hauswand krachte. Dabei stürzten weitere Kanister aus dem Fahrzeug, deren Inhalt sich über den Marienplatz ergoss.

Hubschrauber im Einsatz

Aus ihrem havarierten Fahrzeug setzten die beiden Diebe die Flucht zu Fuß fort und verschwanden hinter den Freilinger Häusern in der Dunkelheit. Nur wenige Minuten später war die Polizei vor Ort, die sich mit drei Streifenwagen auf die Suche nach den Flüchtigen begab. Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera wurde angefordert, der lange über dem Ort und der Umgebung seine Kreise zog.

Allerdings konnten die beiden Spritdiebe in der Nacht nicht gefasst werden. „Der Transporter hat litauische Kennzeichen, wir warten da auf Ermittlungsergebnisse der Kollegen vor Ort“, erklärte Polizei-Pressesprecher Norbert Hardt.

Fast die kompletten 800 Liter hatten die beiden aus dem Tank des Lastwagens abgepumpt und in 20- beziehungsweise 30-Liter-Kanister gefüllt.

Neben der Feuerwehr, die sich sofort um den verschütteten Dieselkraftstoff kümmerte, kamen auch Beamte der Unteren Wasserbehörde nach Freilingen, um eine Umweltgefährdung nach dem Einsatz auszuschließen.