Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Motorrad-Rennfahrer: „Mr. Hayabusa“ stellt sich der Millionärs-Wahl

Wisskirchen -

Der Wißkirchener Motorrad-Rennfahrer und mehrfache Weltrekordler Elmar Geulen, in Fachkreisen auch als „Mr. Hayabusa“ bekannt, greift wieder an. Auch von einem schweren Rennunfall, in dessen Folge er derzeit noch eine Stahlplatte und 16 Schrauben im Genick hat, lässt er sich nicht stoppen.

Den nächsten Geschwindigkeits-Weltrekord mit seiner 400 PS starken straßenzugelassenen Suzuki Hayabusa hat er bereits angepeilt. Er will die Maschine auf 350 Kilometer in der Stunde beschleunigen. Und das, obwohl er momentan den Kopf noch nicht einmal so weit anheben kann, dass er auf dem Motorrad jenseits der 350-km/h-Marke eine Streckenbegrenzung sehen könnte.

In Europa lässt sich der neue Versuch nicht realisieren. Es gibt keine Strecke, die über mindestens drei Kilometer lange Geraden verfügt, ohne dabei alle fünf Meter eine Dehnungsfuge mit Bitumenstreifen überqueren zu müssen.

Vollgas auf dem Salzsee

Daher soll der Weltrekordversuch in Bonneville in den Vereinigten Staaten unternommen werden.

Dort gibt es einen Salzsee, auf dem schon viele Geschwindigkeitsrekorde gebrochen worden sind. Extra für diesen Versuch legt sich Geulen am 9. Dezember wieder unters Messer, um auf seinem Bike die liegende Rennposition einnehmen zu können.

Doch ein Problem gibt es noch: Wie soll Geulen den Rekordversuch finanzieren? Der Zufall könnte es möglich machen, denn am 16. November starten die Fernsehsender „ProSieben“ und „SAT 1“ ein neues Fernsehformat: die „millionärswahl.de“. Darin wählen die Zuschauer den, wie die Sender es nennen, „ersten demokratisch gewählten Millionär“. Für Geulen wäre es das Happy End nach der schweren Verletzung. An Pfingsten hatte er sich beim Fischerreihafen-Rennen in Bremerhaven einen dreifachen Genickbruch zugezogen, den er zunächst gar nicht bemerkt hatte.

Mit dieser schweren Verletzung fuhr er mit seinem 20-Meter-Wohnmobil noch durch halb Deutschland zurück nach Wißkirchen, erst danach ging er zum Arzt. Der diagnostizierte dann den mehrfachen Genickbruch.

Aber damit nicht genug: „Mr. Hayabusa“ vertraut nur einem speziellen Arzt, der ihn zuvor schon einmal an der Wirbelsäule erfolgreich operierte hatte. Dieser weilte zu dieser Zeit aber noch im Urlaub. Also wartete Elmar Geulen noch fünf Tage, bis der Arzt seines Vertrauens, Dr. Martin Theis aus Emmerich, wieder im Dienst war, und ließ sich von ihm den Stahlträger in den Kopf setzen, um dauerhaft seinen Rückenmarkkanal am Leben zu erhalten.

„Eigentlich müsste er tot sein“, sagte Dr. Theis beim Anblick der Röntgenaufnahmen. Nicht aber Elmar Geulen, der nach dem Unfall sein Leben einem sehr gut trainierten Körper und einer extrem trainierten Nackenmuskulatur zu verdanken hat.