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Notschlafstelle in Euskirchen: Die Caritas schickt niemanden fort

Bei Minusgraden ist das Schlafen auf offener Straße lebensgefährlich. (Symbolbild)

Bei Minusgraden ist das Schlafen auf offener Straße lebensgefährlich. (Symbolbild)

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dpa

Euskirchen -

Die Nachttemperaturen, die mittlerweile gut unter dem Gefrierpunkt liegen, wirken sich auch auf die Arbeit der Caritas-Notschlafstelle in Euskirchen aus.

„Es ist voll bei uns“, sagt Gerald Heinen, der die Koordination für die Notschlafstelle übernimmt. Bei diesen Temperaturen kämen auch die Obdachlosen, die sich sonst Plätze draußen suchen würden – im Wald, in Heizungsschächten oder im Auto – in die Schlafstelle. Aktuell reicht der Platz in der Einrichtung noch.

Matratzen im Flur

„Wir schicken bei diesen Temperaturen auch niemanden weg“, betonte Heinen. Kämen mehr Leute, würden eben Matratzen auf dem Flur ausgelegt. In der näheren Umgebung gibt es für die Obdachlosen nicht viele Alternativen. Manche Gemeinden haben Notbetten – aber Notschlafstellen gibt es erst wieder in Köln, Bonn und Erftstadt. Dazu gibt es im Vellerhof bei Blankenheim auch die Möglichkeit unterzukommen.

Insgesamt zwölf Betten hat die Euskirchener Einrichtung – zwei für Frauen, zehn für Männer. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Belegungen gesunken, so Heinen. Seit zwei Jahren wird in Zusammenarbeit mit Vermietern betreutes Wohnen angeboten. Auf diesem Wege habe man einige Obdachlose in eine Wohnung vermitteln können. Dennoch seien im vergangenen Jahr mehr als 100 Menschen kurzfristig in der Notschlafstelle untergekommen. „Diese Zahl ist gestiegen“, sagte Heinen.