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Radweg: Aluminiumbrücke für Pedalritter

werfen Michael Weber vom Kreis Euskirchen und Viola Herrmann vom rheinland-pfälzischen Landesbetrieb Mobilität.

werfen Michael Weber vom Kreis Euskirchen und Viola Herrmann vom rheinland-pfälzischen Landesbetrieb Mobilität.

Losheim -

In der Nacht zu Mittwoch rollte ein Schwertransporter aus der Nähe von Konstanz an. Im „Gepäck“ hatte er eine 20 Meter lange Aluminiumbrücke. Wert: Rund 90000 Euro. Gebaut von einer spezialisierten Firma aus Baden-Württemberg. Ziel war die ehemalige Bahntrasse der Vennquerbahn bei Losheim. Dort errichten der Kreis Euskirchen und der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein im Auftrag der Landesbetriebe NRW Ville-Eifel und Rheinland-Pfalz zurzeit einen Radweg von insgesamt 18,5 Kilometern Länge. Und dafür musste die Brücke her. Das fünf Tonnen schwere Bauteil hievte Kranführer Siegfried Reinsch von der Blankenheimer Firma „Kurth“ vom Lkw und legte es auf den Widerlagern auf.

Der Radweg verbindet die Strecke Jünkerath-Glaadt, Stadtkyll, Kronenburger See, Losheim und das belgische Büllingen. Die Maßnahme wird in drei Bauabschnitten ausgeführt. Der erste Bauabschnitt mit einer Länge von 5,5 Kilometern führt von der Landesgrenze Belgien in Richtung Hallschlag.

Die asphaltierte Strecke verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse, wie Dipl.-Ing. Michael Weber vom Kreis Euskirchen erläuterte: „Die Trasse wurde 2003 stillgelegt. Sie diente bis 1993 zur Versorgung von Elsenborn. In den Jahren danach wurde auf ihr Holz für Sägewerke transportiert.“ Der neue Radweg, der gerade entsteht, verläuft „Straßen begleitend“ zur Bundesstraße B421/B265. Laut Kreis Euskirchen war ein Radweg direkt an der Hauptstraße nicht realisierbar. Das liegt an der ungünstigen topographischen Lage der Bundesstraße und hat zudem landschaftsschutztechnische Gründe. Die stillgelegte Bahntrasse bot sich daher als ideale Alternative an, weil ihre Strecke nahezu kreuzungsfrei und der Verlauf steigungsarm ist. Mit der neuen Radwegeverbindung schließt sich außerdem eine Netzlücke im landesweiten Radverkehrsnetz.

Damit künftig Pedalritter durch die Landschaft radeln können, sind rund 30 Bauwerke mit Brücken, größere Durchlässe und diverse kleinere Rohrdurchlässe nötig. Insgesamt werden auf der Strecke fünf marode Stampfbetonbrücken durch Aluminiumfertigteile ersetzt. „Die Instandsetzung der alten Substanz ist nicht mehr wirtschaftlich beziehungsweise möglich“, erklärte Michael Weber, der zusammen mit seiner Kollegin Viola Herrmann vom Landesbetrieb Mobilität Gerolstein das Einsetzen der ersten neuen Brücke beobachtete.

Entlang des Kytallradwegs sind drei Rastplätze in Dahlem, Hallschlag und Stadtkyll geplant. Anbindungen an größere Ortschaften durch Zufahrten und Anschlüsse an das vorhandene Radwegenetz sind ebenfalls vorgesehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,9 Millionen Euro. Die Bauwerke schlagen mit circa 2,2 Millionen, der Wegebau mit 2,7 Millionen Euro zu Buche. Die Finanzierung ist zu 100 Prozent durch den Bund abgedeckt. Eine Nutzung durch Radfahrer ist aber noch nicht möglich, da sich die Maßnahme noch im Bau befindet und Schutzeinrichtungen noch nicht installiert sind. Fertig soll die ganze Strecke im Dezember 2014 sein.


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