Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Rund 2000 Besucher: Spuknacht auf Burg Satzvey

Rund 2000 Besucher kamen zur Halloween-Geisternacht auf Burg Satzvey.

Rund 2000 Besucher kamen zur Halloween-Geisternacht auf Burg Satzvey.

Foto:

Vogt

Satzvey -

Was glotzt die so, die kalkweiße Braut im blutverschmierten Kleid? Die kommt mir verdächtig vor. Nicht, dass es mir wieder so geht wie mit dem riesenhaften, humpelnden Quasimodo eben, den ich nur für einen harmlosen Besucher im Kostüm gehalten hatte. Volle Pulle hat er mir ins Ohr gekreischt, als ich grad’ meine Kamera zücken wollte: „Foootoooo!“

Mann, hab’ ich mich erschrocken. Dabei bin ich weder Grusel-Freak noch Halloween-Fan und weiß schließlich genau, dass mir hier nichts passieren kann. Doch wer schon mal im Nebelwald von einem unsichtbaren Verrückten mit einer laufenden Kettensäge verfolgt wurde, rechnet danach mit allem. Die Ungewissheit ist es, die für den perfekten Nervenkitzel sorgt.

Soweit das Fazit von Familie Linden aus Solingen. Zum fünften Mal war das Ehepaar mit seiner halbwüchsigen Tochter und deren Freundin zur Halloween-Geisternacht auf Burg Satzvey gekommen. Das zerfetzte Brautkleid hatte die Mutter im Second-Hand-Laden erstanden, Maske und Anzug für ihren Bräutigam waren noch im Fundus.

Und selbst Hündchen „Danino“ bekam von Frauchen einen Grusel-Fummel verpasst: In einen roten Teufelsumhang gehüllt, hockte der Welpe mit den Schlappohren brav in seinem Anhänger und versuchte vergeblich, böse zu gucken.

Am Mittwoch wird weiter gegruselt

Offenbar stellt die Suche nach dem perfekten Outfit schon im Vorfeld einen beachtlichen Spaßfaktor dar. „Das ist genau wie zu Karneval“, erklärten Janina aus Burscheid und Nicole aus Würselen, die beide fleißig im Internet und bei Karnevalsläden geshoppt hatten, um ihre Zombie-Kostüme durch weiße Kontaktlinsen und literweise Kunstblut zu vervollständigen. Der Handel mit Halloween-Artikeln scheint zu blühen, was dem Gruselfaktor auf Burg Satzvey eindeutig zu Gute kam. Denn irgendwann sieht man vor lauter Untoten den Zauberwald nicht mehr – und kann auch nicht mehr unterscheiden zwischen harmlosen Besuchern und Schauspielern mit bösen Absichten. Der verschlungene Pfad durch den Grusel-Parcours mit seinen zwölf haarsträubenden Szenerien sorgte für den höchsten Gänsehaut-Faktor bei den rund 2000 Besuchern.

Während anfangs Schlange stehen im Super-Stau angesagt war, entließ einen der Weg aus dem Irrgarten unerwartet einsam mitten im nebligen Zauberwald. Alle paar Meter wurden die Zuschauer nun zu Voyeuren des Bösen: Gekreuzigte Hexen, Frankensteins Monster, eine Dusche, aus der Blut tropft, ein irrer Professor, der gerade eine junge Frau hinmetzelt. Und das Jaulen der Kettensäge kam auch immer näher. Kein Wunder, dass die Schreckensschreie bis zum weit entfernten Parkplatz hallten.

Dem Zauber der liebevoll und detailreich arrangierten Szenerien, die hinter jedem Busch, überall im Park und in jedem versteckten Winkel des Burghofs im zuckenden Fackelschein auftauchten, konnte sich wirklich keiner entziehen. Im Brunnen, auf dem Burgweiher, in der Scheune, unter dem Torbogen: Es dauerte schon seine Zeit, sämtliche Details und alle Schauspieler zu entdecken. Jene Gäste in Moonboots und Schneeanzug unter dem Kostüm waren bei den frostigen Außentemperaturen sicher am besten ausgerüstet.

Da der Grusel-Parcours erst ab einem Alter von zwölf Jahren begangen werden durfte, bot der Veranstalter erstmals eine Kinderbetreuung an. In einem gemütlichen Ritterstübchen malten und spielten die jüngeren Kinder bei Kaminfeuer, während draußen Kürbisse ausgehölt, verziert und mit nach Hause genommen werden konnten. Bei der Feuershow im Burghof näherte sich unterdessen Graf Dracula tänzerisch dem Hals seines schönen Opfers zu schauriger Film-Musik. Die Untoten haben nur wenig Zeit, sich in ihren Gräbern auszuruhen. Am Mittwoch, 31. Oktober, findet die Halloween-Geisternacht auf Burg Satzvey noch einmal statt. Die Veranstalter der Patricia Gräfin Beissel GmbH rechnen dann mit mehr als doppelt so vielen Besuchern.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?