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Trianel: Kraftwerks-Pläne am Rursee gestoppt

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bei Schmidt hätte das Oberbecken für das Pumpspeicherkraftwerk gebaut werden sollen. (Archivfoto: Hilgers)

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bei Schmidt hätte das Oberbecken für das Pumpspeicherkraftwerk gebaut werden sollen. (Archivfoto: Hilgers)

Rursee -

Die Telefondrähte liefen gestern Nachmittag heiß. Die Verantwortlichen waren nicht zu erreichen, weil die  die Leitungen ständig besetzt waren. Oder sie waren   ganz kurz angebunden, weil es bereits auf der anderen Leitung  klingelte. Die Nachricht des Aachener Unternehmens Trianel mit der Überschrift „Keine Investition am Rursee“ schlug  gestern in der Region ein  wie eine Bombe. Monatelang hatten sich Befürworter und Gegner des geplanten Pumpspeicherkraftwerks mit einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 700 Millionen Euro heftig gestritten. 

Fehlenden politischen Rückhalt bemängelt 

Nun also das Aus. Trianel-Sprecher Elmar Thyen verkündete gestern per Email: „Die an der Projektentwicklung für das geplante Wasserspeicherkraftwerk Rur beteiligten Stadtwerke stehen als Investoren am Rursee nicht mehr zur Verfügung. Das haben die Projektpartner heute vor dem Hintergrund beschlossen, dass der Regionalrat im Regierungsbezirk Köln die Entscheidung über die Regionalplan-Änderung erneut verschoben hat.“

Die Partner, so Trianel-Projektleiter Dr. Markus Hakes, würden aufgrund des fehlenden politischen Rückhalts für das wichtige Zukunftsprojekt keine Basis für weitere Investitionen am Rursee sehen. Hakes: „Der Rursee ist nicht nur der beste und wirtschaftlichste Talsperren-Standort für ein Wasserspeicherkraftwerk in Nordrhein-Westfalen, er bleibt es auch, unabhängig von unserer Entscheidung.“

Ein Satz, der die Gegner eines solchen Pumpspeicherkraftwerks  aufhorchen lässt. „Zunächst einmal atmen wir erleichtert auf“, sagte Christoph Pranter von der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Rursee“. Für die wirtschaftliche Entwicklung der Rureifel  bedeute  das Ende der Trianel-Pläne eine große Erleichterung. Die Region rund um den See lebe vom sanften Tourismus und der Nähe zum Nationalpark Eifel.

Ausgelassen jubeln wollen die Gegner des Kraftwerks noch nicht. „Für uns ist das Projekt erst beendet, wenn Trianel den Antrag  zur Errichtung des Oberbeckens bei der Bezirksregierung Köln zurücknimmt“, so Pranter. Dahinter steckt die Befürchtung, dass andere den Zug wieder anschieben könnten, den Trianel  gestern gestoppt hat, wenn das Verfahren weiter läuft und es doch noch  grünes Licht für den Bau eines Oberbeckens gibt.

Trianel, so teilte das Unternehmen   mit, konzentriere sich  nach dem Rückzug aus der Eifel  nun auf die geplanten Wasserspeicherkraftwerke  in Thüringen und an der Nethe im Kreis Höxter.

Das WDR-5-„Stadtgespräch“, das  am Montag, 24. Juni, um 19 Uhr in Rurberg zum  Thema „Energiewende in der Eifel – Streit um geplantes Pumpspeicherkraftwerk“ hätte stattfinden sollen, fällt aus.