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Kölnische Rundschau | Trianel: Kraftwerkspläne bewegen die Gemüter
13. February 2013
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Trianel: Kraftwerkspläne bewegen die Gemüter

Mit Buttons, Autoaufklebern und Plakaten rollt die Protestwelle.

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Foto:

Pesch

Eifelland -

Das von der Unternehmensgruppe Trianel geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee sorgt weiterhin für erhebliche Diskussionen. Heute Abend ab 19 Uhr lädt die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ ab 19 Uhr im Antoniushof in Rurberg zu einer Versammlung ein, um die Konsequenzen für die Anliegergemeinden zu thematisieren. Vorträge zum Thema Pumpspeicherwerke und Energiewende sind geplant.

„Das Vertrauen in die Planungskompetenz des Energiemultis hat abgenommen, das Vertrauen in die Entscheidungskompetenz des Stadtrates (Simmerath, d. Red.) ebenfalls“, hält die Bürgerinitiative schon vorab mit Kritik nicht hinter dem Berg.

Unterdessen hat sich auch die „Interessengemeinschaft Pro Wasserspeicherkraftwerk Simmerath“ zu Wort gemeldet, bei der nach eigenen Angaben über 80 Bürger aktiv sind. Sie begrüßt die Ankündigung der Bezirksregierung Köln, noch im März das Raumordnungsverfahren und das Regionalplanänderungsverfahren für das Pumpspeicherkraftwerk in Simmerath und am Rursee abzuschließen.

„Das Pumpspeicherkraftwerk ist eine Riesenchance für die Region“ betont die Initiatorin Ursula Derichs-Lavalle aus Strauch. Die Interessengemeinschaft wolle das Kraftwerksprojekt positiv begleiten. „Insbesondere die sachlich irreführenden Informationen der Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk befremden viele Bürger“, kritisiert Derichs-Lavalle. Als ein Beispiel nennt sie die ihrer Meinung nach bewusst falsche Interpretation einer Studie des Fraunhofer Instituts Freiburg durch die Projektgegner. Diese hatten behauptet, das Fraunhofer Institut hätte sich gegen weitere Pumpspeicherkraftwerke ausgesprochen.

Die Bezirksregierung Köln teilte mit, dass sie die beiden raumordnerischen Verfahren zum Wasserspeicherkraftwerk Rurtalsperre und zur Stromnetzanbindung des Kraftwerkes in Kürze abschließen will. Regierungspräsidentin Gisela Walsken kündigte an: „Die Beschlussvorlage für die erforderliche Änderung des Regionalplanes wird dem Regionalrat zur 14. Sitzung am 15. März 2013 vorgelegt. Gleichzeitig wird der Regionalrat über das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens zur Netzanbindung unterrichtet, womit das Raumordnungsverfahren seinen Abschluss findet.“

Mit der Regionalplanänderung wird rechtlich der für das Oberbecken des Speicherkraftwerks vorgesehene Bereich für diesen Zweck gesichert. Die Bezirksregierung hat bereits angedeutet, dass sie das Vorhaben als raumverträglich realisierbar erachtet. Die Auswirkungen des Vorhabens zur Errichtung des Wasserspeicherkraftwerks seien nun angemessen untersucht. Die notwendigen Details würden in dem sich anschließenden Planfeststellungsverfahren geprüft und geregelt. Erst dann werde eine abschließende Entscheidung über die Zulassung des Wasserspeicherkraftwerkes getroffen. Im Raumordnungsverfahren zur Netzanbindung wurden unterschiedliche Varianten untersucht. Als raumverträglichste Variante habe sich ein Leitungskorridor erwiesen, der über Schmidt und Hausen nach Osten bis zur bestehenden Freileitung zwischen Berg und Vlatten verläuft. Trianel beabsichtigt, die Hochspannungsleitung zwischen Kraftwerk und Netzeinspeisung als Erdkabel zu verlegen.