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Urkunde: Eifeler National- und Sternenpark

Andreas Hänel (ab 4.v.l.) überreichte Harald Bardenhagen und Michael Lammertz die Anerkennungs-Urkunde in Vogelsang-Kino.

Andreas Hänel (ab 4.v.l.) überreichte Harald Bardenhagen und Michael Lammertz die Anerkennungs-Urkunde in Vogelsang-Kino.

Vogelsang -

Der Nationalpark Eifel ist erster anerkannter Sternenpark in Deutschland. Gestern Nachmittag überreichte Dr. Andreas Hänel als Vertreter der deutschen Fachgruppe „Dark Sky“ der Vereinigung der Sternenfreunde Michael Lammertz vom Nationalpark die entsprechende Urkunde der International „Dark-Sky Association“ (IDA) mit Hauptsitz in Tucson, Arizona (USA), die diese Anerkennung ausspricht.

„Für den Nationalpark ist dies ein großer Tag, ein Meilenstein“, sagte Lammertz. „Die Auszeichnung unterstreicht, dass das Naturerlebnis Nationalpark Eifel mit seiner einzigartigen Natur und den vielfältigen Angeboten für Naturliebhaber nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht interessant ist.“ Für ihn hat die reduzierte Lichtverschmutzung im Nationalpark eine große Bedeutung für den Artenschutz, etwa für Zugvögel, die durch das Licht vom Weg abkommen können.

Schauspiel der funkelnden Sterne

Es gibt nur noch wenige Orte auf der Welt, wo die Sterne in der Nacht derart funkeln, dass Betrachter dieses Naturschauspiel nahezu ungetrübt erleben können. Dazu gehört die Fläche des Nationalparks Eifel. Zehn Jahre nach seiner Gründung erhielt das Großschutzgebiet nun die Anerkennung. Seit 2010 bereitete der Kölner Astronom Harald Bardenhagen die Realisierung des Schutzgebiets für den Sternenhimmel zusammen mit der Nationalpark-Verwaltung, dem Kreis Euskirchen und der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang (SEV) vor.

Die Urkunde ist zwar vorerst nur vorläufig ausgestellt, weil Bardenhagen noch ein paar Messwerte nachliefern muss. Er geht aber davon aus, dass dies in einem halben Jahr erledigt ist.

Im April will er in der Nähe der Einlassschranke nach Vogelsang eine Sternenwarte eröffnen. Seine Idee entstand, als er seine Frau beim Marathon in Einruhr begleitete und feststellte, „wie toll man in der Eifel den Sternenhimmel beobachten kann, ohne von künstlichem Licht behindert zu werden“. Er knüpfte Kontakte zur Nationalparkverwaltung, um „die Güte“ des Himmels zu prüfen. Seine Intention: „Man muss etwas dafür tun, dass es weiterhin diesen sternenreichen Nachthimmel gibt.“

Bardenhagen investiert sein privates Geld in das Projekt. In der Sternenwarte werden die Besucher – unter Anleitung – die Milchstraße mit bloßem Auge sowie mit großen Ferngläsern und -rohren sehen können. Ein Ausbau, etwa durch ein aufblasbares Planetarium am Vogelsang-Kino, schwebt Bardenhagen bereits vor. Ab April soll es auch Informations-Veranstaltungen seiner Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ geben.

„Die Ansiedlung der Astronomie-Werkstatt und die Auszeichnung als Sternenpark sind wichtige Schritte in der Entwicklung Vogelsangs zu einer internationalen Tourismus- und Bildungseinrichtung“, so Manfred Poth, SEV-Aufsichtsratsvorsitzender und Allgemeiner Vertreter des Euskirchener Landrats. „Von dem Alleinstellungsmerkmal Sternenpark wird die ganze Region profitieren. Die touristischen Angebote müssen nun geschaffen werden.“

Spezielle Beleuchtung

Die Beleuchtung Vogelsangs werde auf Sternenbeobachtung und den Schutz der Artenvielfalt abgestimmt. Poth: „Es entsteht ein Musterbeispiel für belastungsarme Beleuchtung in der Nacht durch bedarfsgerechte Lichtsteuerung, abgeschirmte Lampen ohne Streulicht und ein Lichtspektrum ohne die problematischen Blaulichtanteile.“