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Überbelegung: Weilerswist muss Kitas weiter ausbauen

In Modulbauweise wurde die Kita Bertha-Benz-Straße errichtet und muss erweitert werden, doch auch das reicht nicht.

In Modulbauweise wurde die Kita Bertha-Benz-Straße errichtet und muss erweitert werden, doch auch das reicht nicht.

Foto:

Zimmermann

Weilerswist -

Als am 22. Juli vergangenen Jahres Politiker und die Spitzer der Gemeindeverwaltung zuschauten, wie die riesigen Module für die neue Kindertagesstätte an der heutigen Bertha-Benz-Straße an einem mächtigen Kran-Arm einschwebten, da dachte kaum jemand ernsthaft daran, dass diese Kita schon bald wieder zu klein sein könnte.

Dennoch wurde sie so gebaut, dass zwei zusätzliche Gruppen angebaut werden konnten. Das soll nun auch geschehen. Doch selbst dann ist die Zahl der Kita-Plätze in der Gemeinde zu klein, die Gruppen bereits jetzt überbelegt. Statt zehn werden bis zu 15 U3-Kinder in den Gruppen betreut.

Zahl der U3-Kinder wächst

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Soziales machte SPD-Fraktionssprecher Andreas Schulte deutlich, dass der Platz für die Kinder in den Tagesstätten nicht mehr ausreicht. Man müsse weitere zwei Gruppen bauen, um die Kinder angemessen versorgen und betreuen zu können.

Im Ausschuss hatte zunächst Frank Krutwig, stellvertretender Geschäftsführer des Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes, das die Kindergärten in Weilerswist betreibt, einen Überblick über die Belegungssituation im Kindergartenjahr 2016/17 gegeben. Danach wächst der Druck auf die beiden neuen Kindertagesstätten in Weilerswist-Süd und an der Bertha-Benz-Straße enorm, denn sie müssen im Vergleich zum aktuellen Belegungsstand 83 Mädchen und Jungen mehr aufnehmen. So werden im kommenden Kindergartenjahr in Weilerswist-Süd statt 146 dann 165 Kinder betreut werden, an der Bertha-Benz-Straße sogar 134 statt 70. Und weil vorwiegend Kinder unter drei Jahren neu hinzukommen, steigt auch die Zahl der Gruppen. Eine Prognose, die die Politiker aufhorchen ließ, obwohl Beigeordneter René Strotkötter versicherte, die „vorübergehende Überbelegung sei mit dem Landschaftsverband“ abgestimmt und nicht bedenklich.

Zu Beginn des Schuljahres 2017/18 verließen 50 Kinder die Kindertagesstätten und wechselten in die Grundschulen. Die Fraktionen, allen voran die SPD mit Sprecher Andreas Schulte, sahen dies aber sehr wohl als bedenklich an. Schulte formulierte, die dann drei Jahre anhaltende Überbelegung der Gruppen sei für die Kinder ungesund. „Da muss nachgelegt werden“, so der Sozialdemokrat. Und auch CDU-Fraktionsvize Wolfgang Petersson befand: „Da müssen wir neu rechnen. Die Verwaltung muss Zahlen vorlegen, dann können wir entscheiden.“ Auf Schultes Vorschlag hin wurde die Verwaltung einstimmig beauftragt, unverzüglich bis spätestens zur nächsten Gemeindeentwicklungs- oder zur Haupt- und Finanzausschusssitzung ein Erweiterungskonzept zu erarbeiten, das entweder in Weilerswist-Süd oder an der Bertha-Benz-Straße über die zwei bereits geplanten noch zwei weitere Kita-Gruppen vorsehe.