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Windpark Patersweiher : Im Bürgerwindpark Patersweiher werden Generatoren ausgetauscht

Da die Generatoren der Windkraftanlagen bei Ettelscheid Brummtöne verursachen, sollen sie ausgetauscht werden.

Da die Generatoren der Windkraftanlagen bei Ettelscheid Brummtöne verursachen, sollen sie ausgetauscht werden.

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Everling

Kreis Euskirchen -

Einer großen Sanierung sehen die Windräder im Bürgerwindpark Patersweiher bei Ettelscheid entgegen. Um einen regulären Betrieb gewährleisten zu können, sollen ab Mitte März die Generatoren bei fünf Anlagen ausgetauscht werden. Dies ist notwendig geworden, weil die Anlagen seit Oktober nachts nur noch mit reduzierter Leistung betrieben werden dürfen.

„Eingehende Messungen durch die Firma Kötter haben ergeben, dass die Windkraftanlagen eins bis fünf eine Tonhaltigkeit aufweisen“, teilte Arno Rennert-Wölke dieser Zeitung auf Anfrage mit. Weniger Probleme bereite dagegen die Anlage Nummer sechs, die dem Ort Ettelscheid am nächsten gelegen ist. Deshalb habe der Kreis als zuständige Genehmigungsbehörde Ende Dezember eine Leistungsreduktion verfügt, die, je nach Lärmabsonderung der einzelnen Anlage abgestuft, sich von 150 Watt bis 1,5 Megawatt bewege, so Rennert-Wölke. Ein Antrag, die Nachtreduzierung für diese Anlage völlig aufzuheben, liege dem Kreis bisher nicht vor, teilte Rennert-Wölke mit.

Brummton festgestellt

Im Sommer vergangenen Jahres hatten die Experten des Kreises Euskirchen bei den gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsmessungen einen Brummton, im Fachjargon Tonhaltigkeit genannt, festgestellt. Da hierdurch die vorgeschriebenen Grenzwerte für den Betrieb in der Nacht überschritten worden waren, verfügte der Kreis im Oktober einen leistungsreduzierten Betrieb in den Nachtstunden, bis diese Tonhaltigkeit beseitigt ist. Seitdem hatte die Firma Enercon mit Spezialistenteams versucht, den Anlagen vom Typ E-101 das Brummen auszutreiben. Das war aber letztlich erfolglos.

In einer gemeinsamen Presseerklärung teilten nun der Hersteller Enercon und der Bürgerwindpark Schleiden mit, dass „die Generatoren der betroffenen Anlagen ausgetauscht werden, da eine technische Nachrüstung in diesem Fall nicht möglich ist“.

In der Presseerklärung bestätigt Enercon außerdem, dass es sich bei dem im Windpark Patersweiher festgestellten Brummen nicht um ein Einzelphänomen handelt. „Enercon hat bei einzelnen Anlagen des Typs E-101 mit 3 Megawatt Nennleistung erhöhte Schallemissionswerte konstatiert. Entsprechende Standorte wurden identifiziert und Gegenmaßnahmen sind bereits in der Planung bzw. in Umsetzung“, teilen Hersteller und Betreiber mit. Im Windpark Schleiden seien davon ebenfalls einige Anlagen betroffen, wofür Generatoren einer bestimmten Charge die Ursache seien, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Ähnliche Probleme bei anderen Windparks

Nach Recherchen dieser Zeitung sind in der Vergangenheit bei verschiedenen Windparks in Deutschland ähnliche Probleme mit der Enercon-E-101-Anlage bekannt geworden. Im Windpark Arle im Landkreis Aurich, in dem Enercon angesiedelt ist, wurde als letzte Option bereits im Oktober ein Generatorenwechsel an zwei Windkraftanlagen vollzogen. Dabei wurden dort neuartige Rotorblätter installiert.

„Ich hätte mir gewünscht, dass es möglich gewesen wäre, vor Ort Maßnahmen einzuleiten“, sagte Markus Mertgens, Geschäftsführer des Bürgerwindparks. Auch im Sinne der Anwohner sei er froh, dass Enercon nun einen großen Strich unter die Sache mache und die Generatoren austausche. Bei einem Termin Ende des Monats werde das weitere Vorgehen abgestimmt. „Wegen der notwendigen Genehmigungen ist dies nicht kurzfristig möglich“, erläuterte Mertgens. Er rechne damit, dass Mitte März die Arbeiten zur Umrüstung beginnen könnten.

Mit gemischten Gefühlen blickt Oliver Zöll von der Bürgerinitiative „Gegenwind“ auf den Sachverhalt: „Das ist jetzt der Stand der Dinge.“ Er klagt mit anderen Anwohnern seit Inbetriebnahme des Windparks über Lärmprobleme. Seitdem die Firma Enercon an den Anlagen gearbeitet habe, sei immer wieder ein seltsames Poltern zu hören: „Es fühlt sich an, als wäre das seitdem schlimmer geworden.“