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„Bläck Fööss“-Konzert an Silvester: Gaststars aus den Kölner Highlands

„Du bess die Stadt“: Bläck-Fööss-Sänger Peter Schütten (2.v.r.) mit den oberbergischen Highlandern (v.l.) Axel Helmus, Markus Kaiser und Steffi Juras. (Foto: Marc Bald)

„Du bess die Stadt“: Bläck-Fööss-Sänger Peter Schütten (2.v.r.) mit den oberbergischen Highlandern (v.l.) Axel Helmus, Markus Kaiser und Steffi Juras. (Foto: Marc Bald)

Engelskirchen -

Was den Schotten ihr Highland, ist den Kölnern das Oberbergische. Und wenn es den „Bläck Fööss“ um die erhebende Untermalung ihres Hits „Du bess die Stadt“ geht, holt sich die Mundartband bereits seit fünf Jahren oberbergische Dudelsackspieler auf die Bühne. So auch in der vergangenen Woche, als der Engelskirchener Markus Kaiser mit seinen Schülern Axel Helmus und Steffi Juras die Fööss bei ihrem Silvesterkonzert in der Kölner Arena begleitete – und das kölsche Jeföhl zum Höhepunkt brachte.

Zum Abschluss des Konzerts vor annähernd 10 000 Zuschauern spielten die Bläck Fööss ihre bekannte Hymne, die auf der Dudelsackmelodie „Highland Cathedral“ basiert. Zur Mitte des Stücks, kurz vor Mitternacht, schritten die Oberberger in Highland-Tracht auf die Bühne und pfiffen. Dann holten alle Musiker ihre Lebenspartner auf die Bühne, um mit Champagner anzustoßen. Das alles war auch für Markus Kaiser ein erhebendes Gefühl: „Am letzten Tag des Jahres vor so vielen Menschen aufzutreten, ist besonders.“ Wobei es längst nicht sein erster Auftritt mit den Kölnern war.

Durch einen Bericht in dieser Zeitung fand Kaiser im Jahr 2007 zur damals neugegründeten Waldbröler Pipeband „The Three Oaks Highlander“, in der er das anspruchsvolle Instrument erlernte. Über Bandkontakte kam es 2010 beim Stadtfest in Eitorf zum ersten Zusammenspiel mit den Fööss. Seit 2011 steht Kaiser jedes Jahr bis zu zwölf Mal mit den Fööss auf der Bühne. Der technische Leiter eines kunststoffverarbeitenden Unternehmens gehört einer Gruppe von fünf Dudelsackspielern an, die regelmäßig von den Fööss angefragt werden. Kaiser bildet mit Axel Helmus und Steffi Juras, beide vom Gummersbacher Bernberg, die Oberberger-Fraktion.

Ihr einheitliches Gewand mit rotem Kilt ist keineswegs ein Kostüm, sondern eine echte schottische Tracht. Sie wird von der „Crossed Swords Pipe Band“ getragen, denen die Dudelsackspieler angehören. Diese Gruppe steht unter der Schirmherrschaft der britischen Armee. Ihr gehören Musiker aus mehreren Staaten an, die sich monatlich zur Probe treffen. Kaiser gehörte der Gruppe bis vergangenes Jahr an. Er und seine Dudelsackkollegen haben die Genehmigung des Clan-Chiefs, den Kilt auch für die Fööss-Auftritte zu tragen. Mit den Crossed Swords hat Kaiser schon an besonderen Orten gespielt: Er stand mit dem Dudelsack etwa auf dem Roten Platz in Moskau und brachte sein Instrument beim „Edinburgh Military Tattoo“ zum Klingen, dem größten Musikfestival Schottlands.

Die Auftritte mit den Bläck Fööss sind ebenso reizvoll, sagt Kaiser. In den Karnevalssessionen 2013 und 2014 begleitete er die Gruppe durch die Hallen. „Ich kenne in Köln mittlerweile fast alle Säle“, sagt Kaiser, „Orte, an denen viele Musiker auftreten möchten.“ Und regelmäßig kommt er anderen namhaften Künstlern aus der Kölner Szene nah.

Seit zwei Jahren spielt Kaiser nicht nur „Du bess die Stadt“ mit den Bläck Fööss, sondern auch das Lied „Kölner Leechter“. Für die Aufnahme begleiteten Kaiser und andere Dudelsackspieler die Fööss sogar ins Tonstudio.

Wenngleich die Dudelsackspieler bei den Konzerten nur für zwei Stücke eingesetzt werden – einfach sind die Lieder nicht. Um „Du bess die Stadt“ zu spielen, verwenden die Piper spezielle Flöten, die tiefere Töne abgeben. Umgewöhnen musste sich Kaiser auch beim Tempo: „Im Gegensatz zum Original ,Highland Cathedral’ ist ,Du bess die Stadt’ schneller.“ Aber längst sind die Bläck Fööss und ihre Dudelsackspieler ein eingespieltes Team. Markus Kaiser: „So lange die Bläck Fööss das möchten, bin ich gerne dabei.“