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50 Gruppen zogen durch den Ort: Morsbach holt seinen Rosenmontagszug nach

Morsbach hat seinen Rosenmontagszug nachgeholt.

Morsbach hat seinen Rosenmontagszug nachgeholt.

Morsbach -

Die Morsbacher hatten wahrlich besseres Wetter verdient. Schien am Montag trotz Sturmwarnung noch die Sonne, fuhr der nachgeholte Rosenmontagszug am Sonntag in den Nieselregen hinein. Ob die Karnevalisten in der selbst ernannten Republik den Meteorologen sobald wieder vertrauen werden? Die närrischen Wetterkapriolen der vergangenen Tage haben den Jecken zumindest nicht die Stimmung verdorben.

Vier Tage nach Aschermittwoch – an dem ganz im Süden Oberbergs eben nicht alles vorbei war – säumten einige hundert kostümierte Menschen das Ortszentrum. Wahrscheinlich wären es am Rosenmontag noch mehr gewesen. Der Zug hatte zwar beinahe eine Woche Verspätung, konnte dafür aber mit allerlei Höhepunkten aufwarten. Vier Musikvereine, 21 Wagen und 33 Fußgruppen setzten der unfreiwillig verlängerten Session einen schönen Schlusspunkt.

Mit einem dreifachen „Mueschbech deheem“ begrüßten die Kommentatoren Thomas und Theo Stangier am Kreisverkehrsplatz den ersten Wagen von den „Roten Funken“ – gemeint war das Feuerwehrauto, das zur Absicherung vorneweg fuhr. Den Brüdern von der KG Morsbach boten die folgenden Gruppen jede Menge Gelegenheit für launige Bemerkungen. Gut drei Stunden schlängelte sich der bunte Bandwurm durch den Ort.

Der Musikverein Volperhausen gab den Ton vor: Es ist nicht nur egal, „ob du Huhn bist oder Hahn“ – sondern auch, wann d’r Zoch kütt. Die Tanzgruppe Wolpertinger war auf einem rollenden Spielcasino unterwegs, warf Kamelle und Mädels in die Luft. Es folgten Wagen von befreundeten Karnevalsvereinen aus Fensdorf, Wildberg, Wissen und anderen Orten – und so manche Gruppen mit frechen Themen.

Die als Skelette geschminkten Freunde von „Querbeet“ etwa stimmten einen mexikanischen Trauermarsch an und kritisierten damit den allgemeinen Trend zu weniger großen Wagen auf Karnevalszügen. Eine Wald- und Wiesenapotheke schoben die Kappesjesichter durch den Ort: „Naturheilkunde wird ein Muss, denn Mueschbecher Ärzte machen Schluss“. Der VW-Abgasskandal fuhr in Form eines aufgebockten Passat mit: „In Muerschbich da gilt Euro 4 – die Karren vom Winterkorn will keiner mehr!“ Politisch gedeutet werden konnte auch das Motto einiger schwarzer und weißer Schafe aus Wissen: „Egal ob schwarz oder weiß, wir määähen alle den gleichen Scheiß!“ Ganz zum Schluss durfte Prinzessin Sigrid I. aus dem Hause Stark endlich ihrem Volk entgegenstrahlen. Und die Jecken wussten: Diese Frau hat wirklich Power.