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Altes Bahngelände: Schienenbus wird Museum

Zwölf Tonnen schwer
: Bernd Flossbach verfolgte mit seinen Söhnen Adrian und Leander die Ankunft des Schienenbusses.

Zwölf Tonnen schwer

: Bernd Flossbach verfolgte mit seinen Söhnen Adrian und Leander die Ankunft des Schienenbusses.

Foto:

Krempin

Wipperfürth -

„Guck mal, Papa, der geht hoch!“, ruft Adrian (5) begeistert seinem Papa Bernd Flossbach zu. Bruder Leander (2) sieht mit offenem Mund zu, wie der Schienenbus mit zwei Kränen vom Schwertransporter auf die Bahngleise gewuchtet wird.

Nur fünf Minuten dauert es, bis der alte Schienenbus an seinem neuen Standort steht – auf den Bahngleisen der neuen Trassenführung an der Egener Straße.

Dabei kam der Bus eine Dreiviertelstunde zu spät an. „Zum Glück“, meint Bernd Flossbach. „Ich musste Adrian ja erst vom Kindergarten abholen – das Timing war perfekt.“

Stadt kauft Oldtimer im Internet

So wie Adrian und Leander sammeln sich viele Spaziergänger und Schaulustige um den Schienenbus – ein VT98, Typ Uerdinger Schienenbus, aus dem Jahr 1956 –, um das Spektakel zu beobachten. Auch Bürgermeister Michael von Rekowski zückt sein Handy, um dem Moment auf Film festzuhalten. „Der Schienenbus ist Teil der Regionale 2010“, erklärt er. Im Zuge des Projekts sollen nicht nur die Ohler Wiesen und die Wupperauen neu gestaltet werden, auch Bahnlandschaften sollen entstehen. Die alten Schienen sind schon wieder aufgebaut. Nun sollen neben dem Schienenbus noch Andreaskreuz, Signalmasten und Prellbock aufgestellt werden. „Wir wollen ein Stück Geschichte greifbar machen“, erklärt von Rekowski. Denn dort, wo nun der Schienenbus steht, fuhren ähnliche Modelle von 1952 bis 1980 von Wipperfürth nach Marienheide und Hückeswagen.

Der Schienenbus, ein zwölf Tonnen schwerer Beiwagen ohne eigenen Antrieb, der nun auf den Gleisen steht, kommt aus Altenbeken bei Paderborn. „Wir haben ihn von der Deutschen Privatbahn GmbH“, sagt Armin Kusche vom Wipperfürther Bauamt. „Gefunden haben wir ihn übers Internet.“ Im Schienenbus selbst soll bald auch Geschichte greifbar werden. „Wir möchten historische Fotos zu den Flüchtlingslagern nach dem Zweiten Weltkrieg dort ausstellen“, erklärt Michael von Rekowski. Außerdem soll der Schienenbus, dessen Lack verblasst ist und an einigen Stellen abblättert, später mit professionellen Graffiti versehen werden. Wann genau die Ausstellung beginnen soll, steht noch nicht fest. „Wir hoffen, dass die Ausstellung bis zum Besuch von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fertig sein wird“, so von Rekowski. Kraft kommt am 22. Juni.


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