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Bebauungspläne in Bergneustadt: Kaufland kann doch kommen

Ergibt plötzlich wieder Sinn: die vor einem Jahr aufgebaute Kaufland-Werbung auf dem alten Extramarkt-Gelände. (Archivfoto: Krempin)

Ergibt plötzlich wieder Sinn: die vor einem Jahr aufgebaute Kaufland-Werbung auf dem alten Extramarkt-Gelände. (Archivfoto: Krempin)

Bergneustadt -

Am kommenden Montag, ein halbes Jahr, nachdem der Stadtrat das Vorhaben der Kaufland-Gruppe abgelehnt hat, wird dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss ein Antrag auf einen Bauvorbescheid für den Bau eines großflächigen Verbrauchermarktes vorgelegt. Der soll fast so groß werden wie der abgelehnte Kaufland-Markt. Weil sich das Vorhaben aber innerhalb des bestehenden Planungsrechts bewegt, kann die Stadt diesmal nichts dagegen unternehmen – auch wenn Bergneustadt schon jetzt ein Überangebot an Lebensmittelmärkten hat.

So groß wie Kaufland, ohne neue Zufahrt

Für welchen Interessenten man die Anfrage gestellt hat, will Rudolf Feilen vom Immobilien-Entwickler Redos nicht verraten. Aber immer noch steht an der Othestraße das Werbeschild „Hier könnte bald ihr neues Kaufland entstehen“.

Mit 3660,05 Quadratmetern Verkaufs- und Nebenfläche soll der Markt annähernd so groß werden wie der einst von Kaufland geplante. Hinzukämen gut 200 Quadratmeter für die Leergutannahme sowie im 1. Obergeschoss rund 200 Quadratmeter für die Gebäudetechnik und 285 Quadratmeter an Sozialräumen. Es bliebe aber bei 145 Parkplätzen und der L-Form des Baukörpers.

Wie das alles möglich ist? Redos nimmt den Stadtrat ganz einfach beim Wort. Der hatte mit dem Stopp des neuen Bebauungsplanes für das alte Extramarkt-Gelände nur die von Kaufland beantragten „Optimierungen“ für das Gelände verhindert, nicht aber irgendwelche Einschränkungen beschlossen. Kaufland wollte eine andere Zufahrt, den Abriss zweier Wohngebäude sowie die Verlegung des Othebachs. Und gebaut werden sollte an anderer Stelle auf dem Grundstück.

„Der Politik sind die Hände gebunden“

Davon ist jetzt keine Rede mehr. Das Vorhaben soll innerhalb des rechtskräftigen Bebauungsplanes entstehen, eine formale Zustimmung oder Verweigerung der Stadt ist deshalb nicht erforderlich. Allenfalls eine Stellungnahme kann abgegeben werden. Um deren Inhalt muss sich der Kreis als Genehmigungsbehörde aber nicht scheren.

CDU-Fraktionschef Reinhard Schulte, Vorsitzender des Planungsausschusses und erklärter Gegner der bisherigen Kaufland-Pläne, sieht die Politik am Ende ihrer Möglichkeiten: „Wir haben versucht, Schaden von der Stadt abzuwenden. Wenn es jetzt anders kommt, sind uns die Hände gebunden.“ Den bestehenden Bebauungsplan zu ändern, könnte Schadenersatzforderungen des Grundstückseigentümers nach sich ziehen. Das wolle man nicht riskieren.

Kaufland-Expansionsleiter Jonas Lensing versichert, man sei nach wie vor am Standort Bergneustadt interessiert. Gehe der Redos-Antrag durch, wolle man sich erneut mit der Politik zusammensetzen: „Dann reden wir, ob wir einen 08/15-Markt mit Blechfassade hinsetzen oder ob wir zu einer schöneren Gestaltung Richtung Innenstadt kommen.“


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