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Losemundbrunnen: Osterdeko für die Waschweiber

Viele junge Helfer verzierten den Losemundbrunnen in der Altstadt. (Fotos: Schmittgen)

Viele junge Helfer verzierten den Losemundbrunnen in der Altstadt. (Fotos: Schmittgen)

Bergneustadt -

Wie sehr die Bergneustädter ihren Osterbrunnen lieb gewonnen haben, wurde im Jahr 2014 deutlich. Nachdem die Schmücker vom Förderkreis für Kinder, Kunst und Kultur zwei Jahre lang den Losemundbrunnen bei Kälte und Nässe geschmückt hatten, entschied sich der Verein damals, auf den mit Tannengrün und Eiern verzierten Brunnen zu verzichten. Da hagelte es Protest aus der Altstadt, berichtet Michaela Roes, die 1. Vorsitzende des Förderkreises. Seitdem wird die Ostertradition fortgesetzt.

Als die Helfer am Samstag ans Werk gingen, hatten sie bestes Wetter. Unter den rund 20 Bergneustädtern, die sich am Losemundbrunnen in der Altstadt trafen, waren auch viele Kinder. Mit vereinten Kräften dauerte es keine zwei Stunden, bis alle ihr vollendetes Werk zufrieden betrachten konnten.

Aus seiner fränkischen Heimat hatte der ehemalige Chef des Förderkreises, Michael Klaka, die Tradition des Brunnenschmückens nach Bergneustadt importiert. Das war im Jahr 2002. Um den Brunnen in eine Art bunte Glocke zu verwandeln, hatte ein örtliches Metallbauunternehmen eigens ein Metallgestänge maßgefertigt. Das wurde diesmal bereits am Donnerstag auf dem Brunnen befestigt. Mittlerweile wurde der Brauch an hiesige Verhältnisse angepasst – statt echten Tannengrüns gibt’s lediglich Plastiktanne. Roes: „Mit den vielen Kindern, die hier mithelfen, war es zu zeitintensiv und aufwendig, die echten Girlanden zu binden.“ Und die Plastikversion sieht beinahe ebenso hübsch aus, wenn erst mal der üppige Eierschmuck an ihr befestigt ist.

Mit Kabelbindern wurden die Plastikgirlanden an das Metallgestänge gebunden. Da konnten die Kinder ihre Kletterkünste zeigen: Ravil Eggermann (10) stieg auf den Brunnenrand, um die Girlanden ganz oben mit den Kabelbindern festzuzurren. Zum ersten Mal beim Brunnenschmücken mit dabei waren Lea Dornau (12) und Sezen Kurt (11): Die beiden Mädchen halfen, die Umrandung des Brunnens auszustaffieren. Alle Kinder besuchen sonst die Angebote des Förderkreises, berichtet Sozialpädagogin Meike Krämer, im Förderkreis Projektleiterin für die Kinder- und Jugendarbeit. Als die Girlanden befestigt waren, spannte sie mit anderen Helfern eine Art Drahtzaun am Brunnenrand. In den wurden die frischen bunten Primeln gesteckt.

Der sechsjährige Dimi aus der Nachbarschaft stieß zum Schmücken dazu, als der Brunnen fast schon fertig war: „Darf ich mitmachen?“ Klar durfte er. Mit seiner Hilfe erstrahlte der Osterbunnen mit rund 200 Plastikeiern. Und Minchen und Jettchen, die beiden Waschweiber-Skulpturen auf dem Kopf des Brunnens, thronten zur Mittagszeit auf einem besonders schmucken Losemundbrunnen.

Der soll sein österliches Gewand noch mindestens eine Woche lang tragen. Ein kleiner Abstecher in die Bergneustädter Altstadt lohnt sich also.