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Bergneustädter Rat: Kein politischer Widerstand gegen Ansiedlung eines Kauflands

Vergeblich hatte Expansionsleiter Jonas Lensing (M.) im vergangenen Jahr für den Kaufland-Markt an der Othestraße geworben. Die Ratsmehrheit war dagegen und stoppte das Verfahren. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. ()

Vergeblich hatte Expansionsleiter Jonas Lensing (M.) im vergangenen Jahr für den Kaufland-Markt an der Othestraße geworben. Die Ratsmehrheit war dagegen und stoppte das Verfahren. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. ()

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Archivfoto: Hoene

Bergneustadt -

Der Bergneustädter Rat wird keinen Widerstand gegen die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes an der Othestraße mehr leisten. Der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss verzichtete am Montagabend auf sein Recht, seine Meinung in Form einer Stellungnahme gegenüber der Kreisbauaufsicht kundzutun. Dort wird über eine Bauvoranfrage des Immobilien-Entwicklers Redos für den Bau eines Marktes mit 3660 Quadratmeter Verkaufsfläche plus Nebenflächen entschieden. Die Bergneustädter Meinung ist dabei nicht gefragt, denn das Bauvorhaben bewegt sich innerhalb bereits rechtskräftiger Baugrenzen.

Niemand guckte in die alten Pläne

Genau das brachte Jens-Holger Pütz von der UWG in Rage. Wochenlang war im vergangenen Frühjahr über die Größe eines Kaufland-Marktes auf dem ehemaligen Extra-Gelände gestritten worden. Der Rat versuchte, Kaufland abzuwehren mit dem Argument, größer als der vorhandene Extra-Markt werde man ihn nicht bauen lassen. Das lehnte Kaufland ab; ein so kleiner Markt (ca. 2400 Quadratmeter) sei nicht lukrativ und nicht zeitgemäß.

Dass Kaufland damals schon deutlich größer hätte bauen können, wusste anscheinend niemand. Dafür, dass die Politik es nicht wusste, bekam die Verwaltung am Montagabend Pütz’ geballten Zorn ab: Er fühle sich „regelrecht verarscht“, polterte der UWG-Fraktionschef: „Immer ist uns gesagt worden, Kaufland könne nur im Rahmen des auf dem Grundstück schon Vorhandenen bauen.“ Das waren damals 2400 Quadratmeter. Jetzt ist von über 3600 die Rede.

Pütz will das Informationsverhalten der Verwaltung nicht auf sich beruhen lassen. Auch die anderen Fraktionen seien nicht informiert gewesen und entsprechend sauer, erklärte er auf Anfrage. Den Bebauungsplan nachträglich noch ändern will die Politik aus Angst für Regressforderungen des Eigentümers aber nicht.

Erweiterung geriet in Vergessenheit

Planungschef Ewald Baumhoer sprach am Montagabend von einem Missverständnis. Für den früheren Extra-Baumarkt sei Anfang der 1990-er Jahre ein Antrag auf Vergrößerung genehmigt worden. Als der Extra-Baumarkt durch den Extra-Lebensmittelmarkt abgelöst wurde, hatte letzterer kein Interesse an zusätzlicher Verkaufsfläche. Die Erweiterung geriet in schließlich Vergessenheit.

Und als dann Kaufland auf den Plan trat, konzentrierten sich beide Seiten ausschließlich auf das neue Vorhaben. In die alten Pläne guckte niemand.

Auch bei Kaufland merkte man offenbar erst, dass doch deutlich mehr geht an der Othestraße, als man sich nach der Ablehnung in vergangenen Juni doch noch mal den bestehenden Bebauungsplan zur Hand nahm. Das Unternehmen wollte sich dazu am Dienstag aber nicht äußern.


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