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Bierenbachtal : Aufnahmestelle soll weitere drei bis fünf Jahre geöffnet bleiben

Das Haus Bierenbach an der Freibadstraße in Nümbrecht-Bierenbachtal soll auch in den kommenden drei bis fünf Jahren Flüchtlinge aufnehmen, die allerdings ein erhöhtes Schutzbedürfnis haben. (Foto: Höhner)

Das Haus Bierenbach an der Freibadstraße in Nümbrecht-Bierenbachtal soll auch in den kommenden drei bis fünf Jahren Flüchtlinge aufnehmen, die allerdings ein erhöhtes Schutzbedürfnis haben. (Foto: Höhner)

Oberberg -

Für mindestens drei bis fünf Jahre soll die Erstaufnahmestelle Haus Bierenbach für Flüchtlinge im Nümbrechter Ort Bierenbachtal fortbestehen. Das erklärte Bürgermeister Hilko Redenius in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates und verwies darauf, dass das Land Nordrhein-Westfalen die frühere Tagungsstätte des in Düsseldorf ansässigen Evangelischen Kirchenkreises über die Bezirksregierung Köln direkt mieten werde, ohne den Oberbergischen Kreis als „Zwischenstation“. Dessen Mietverhältnis läuft im Herbst nach einem Jahr aus.

Rund 300 Menschen, die ihre Heimat in Kriegs- und Krisenregionen verlassen haben, finden in den Räumen an der Freibadstraße Platz. Derzeit, so Redenius, sei die Unterkunft mit 229 Menschen belegt. Der Mietvertrag gilt derzeit für das eine Jahr: Im November war das Haus eiligst in der Regie des Kreises saniert worden und sofort in Betrieb gegangen.

„Nach der Anerkennung des Asylantrages verlassen viele dieser Menschen Nümbrecht, um dort zu wohnen, wo bereits Verwandte hingezogen sind“, erklärte Redenius die ständige Fluktuation. Derzeit sei die Situation ohnehin entspannt, da es seit dem vergangenen Dezember keine Zuweisung mehr gegeben habe. „Zudem werden Abschiebeverfahren derzeit schnell umgesetzt.“

Allerdings soll die Unterkunft nach ihrer Übernahme vorrangig besonders schutzbedürftigen Menschen zur Verfügung stehen. Dazu zählte Redenius schwangere Frauen, Familien mit kleinen Kindern und alleinreisende Frauen.

Im Gummersbacher Ortsteil Strombach sind in den Räumen der ehemaligen Hauptschule aktuell rund 100 Menschen untergebracht.

In Gummersbach wird noch verhandelt

Das Notaufnahmelager dort war im vergangenen Jahr das erste im Kreisgebiet, das binnen weniger Tage eingerichtet werden musste. Nun verhandelt die Stadt mit dem Land über eine Übernahme. Dabei werde es auch darum gehen, ob die in Strombach untergebrachten Flüchtlinge auch nach einem Betreiberwechsel der Stadt auf deren Gesamtkontingent angerechnet werden. Das ist derzeit nämlich der Fall, wie Stadtsprecher Siegfried Frank erläutert. Im Schnitt war die alte Schule mit 200 Flüchtlingen belegt. Würden die nicht mehr in die Gesamtaddition kommen, müsste die Stadt Gummersbach für weitere Flüchtlinge, die hier auf den Abschluss ihres Asylverfahrens warten, weitere Unterkünfte bereitstellen. Aktuell leben im gesamten Stadtgebiet 805 Flüchtlinge. Allerdings war es zuletzt immer schwerer geworden, weiteren Wohnraum zu finden. Ein weiterer Punkt, den die Stadt mit dem Land verhandeln möchte, ist die Maximalzahl der Menschen, die in Strombach unterkommen. In Spitzenzeiten waren das bis dato 270 Flüchtlinge. „Und wir denken, dass 300 eine absolute Obergrenze ist“, sagt Frank. Sollte das Land das völlig anders sehen, müsse man in Gummersbach noch einmal überlegen, ob man die Räume für diesen Zweck künftig dann vermieten wolle.