Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Bildungskonferenz: Inklusion als Herausforderung

Rainer Schmidt, Susanne Schlichtmann, Dr. Jorg Nürmberger, Ulla Barth, Ulrich Wontorra, Iris Trespe (v.l.)
Foto: (lst)

Rainer Schmidt, Susanne Schlichtmann, Dr. Jorg Nürmberger, Ulla Barth, Ulrich Wontorra, Iris Trespe (v.l.)

Foto: (lst)

Lindlar -

Auf den aktuellen Stand der Inklusion ließen sich gestern über 150 Lehrer aus Oberberg bringen. Zum Thema „Bildung in Oberberg – Inklusion konkret“ fand im Kulturzentrum die vierte Bildungskonferenz des Kreises statt. „Diese Veranstaltung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, lobte Landrat Hagen Jobi und hatte dabei das im Oktober vom Landtag verabschiedete Gesetz im Blick, das das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung zum Regelfall machen soll.

Doch welche Herausforderungen kommen damit auf die Schulen zu? Müssen die Gebäude verändert werden, sich der Unterricht neu ausrichten? Und was passiert überhaupt mit den Förderschulen? Neben Antworten auf diese Fragen standen vor allem die Vernetzung der Pädagogen und Einrichtungen untereinander im Vordergrund. „Im Grundschulbereich sind wir schon sehr weit gekommen, bei Realschulen und Gymnasien gibt es noch große Ängste“, fasste Schulamtsdirektorin Ulla Barth die aktuellen Fortschritte zusammen. Susanne Schlichtmann, Lehrerin am Gymnasium Lindlar, betonte, wie wichtig die frühestmögliche gemeinsame Betreuung sei. „Nur wenn gesunde Kinder und solche mit Handicap schon zusammen aufwachsen, verlieren sie die Scheu voreinander.“

Die Scheu legten die Lehrer am Nachmittag bei 13 Workshops ab. Der gebürtige Nümbrechter Rainer Schmidt, selbst ohne Unterarme geboren, und seit fast 20 Jahren in Sachen Inklusion unterwegs, freute sich darüber, dass das Thema endlich ins Zentrum einer Bildungskonferenz rückte. „Der Zug nimmt endlich Tempo auf.“ Bei aller Freude gab es allerdings auch Kritik an den Vorgaben des Schulministeriums, die neue Mindestgrößen für Förderschulen vorsehen. „Über die Zukunft dieser Einrichtungen, muss die Politik entscheiden – wir wollen jedenfalls auf alles vorbereitet sein“, betonte Barth.