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Ein Besuch, der Spuren hinterlässt: Ausstellung von Schülern erinnert an jüdisches Leben in Nümbrecht

„Jedes Leben hinterlässt Spuren“: Luisa Heiden und Marcel Reiter sind zwei der insgesamt 41 Schüler aus den Geschichtskursen des Homburgischen Gymnasiums, die im Unterricht die Ausstellung im Rathaus vorbereitet haben. ()

„Jedes Leben hinterlässt Spuren“: Luisa Heiden und Marcel Reiter sind zwei der insgesamt 41 Schüler aus den Geschichtskursen des Homburgischen Gymnasiums, die im Unterricht die Ausstellung im Rathaus vorbereitet haben. ()

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Foto: Krempin

Nümbrecht -

Weltweit gedachten am Mittwoch Menschen der Opfer des Nationalsozialismus. Seit 1996 ist der 27. Januar der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Das Datum erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945. Auch in Nümbrecht fanden sich viele Menschen im Rathaus ein, um der Opfer zu gedenken – und warfen einen ersten Blick auf eine Ausstellung, mit der Schüler des Homburgischen Gymnasiums an das jüdische Leben in Nümbrecht erinnern wollen.

Sie hatten sich nicht nur im Geschichtsunterricht mit dem Thema Holocaust auseinandergesetzt, sondern waren auch in die Gedenkstätte Auschwitz/Birkenau gereist. Bewegend, beklemmend, berührend: Es waren emotionale Worte, mit denen die jungen Leute ihren Besuch dort beschreiben. 41 Schüler der Geschichtskurse der Abschlussklasse hatten im November vergangenen Jahres an der jährlichen Gedenkstättenfahrt teilgenommen und waren mit sehr starken Eindrücken zurückgekehrt.

„Es war schrecklich, dieses riesige Gelände zu sehen, dort zu sein, wo unzählige Menschen ermordet wurden“, erzählt die 17-jährige Jessica Bungenberg. Und Laura Hillenbach (18) ergänzt, dass sie zwar im Geschichtsunterricht Bilder der Gräueltaten gesehen hätten. Doch der Besuch der Gedenkstätte habe das Geschehen viel konkreter gemacht: „Wir dürfen nicht aufhören uns zu erinnern, damit so etwas nie wieder passiert.“

Der tiefe Eindruck, den die Fahrt hinterlassen hat, mündete nun in die Ausstellung „Jedes Leben hinterlässt Spuren – eine Spurensuche jüdischen Lebens“, die während der Gedenkfeier eröffnet wurde. In Texten und Bildern dokumentierten die Schüler unter anderem das jüdische Leben in Nümbrecht und begaben sich auf eine intensive Spurensuche. Dabei wurden sie von Dieter Hüschemenger vom Heimatverein unterstützt, der von den Ergebnissen begeistert war. „Es ist wunderbar zu sehen, dass junge Menschen das Thema nicht vergessen.“

Um die Gedenkstunde am Mittwoch zu organisieren, hatten die evangelische und katholische Kirchengemeinde, die Gemeinde Nümbrecht und der Freundeskreis Nümbrecht-Mateh Yehuda zusammengearbeitet. In seiner Rede erinnerte der evangelische Pfarrer, Dr. Wolfgang Becker, daran, dass es wichtig sei, dabei auch das eigene Verhalten immer wieder zu hinterfragen. „Feindbilder darf man nicht übernehmen. Dann macht man es sich viel zu leicht.“ Das einfache Klischee „Der Jude ist schuld“ habe vor mehr als 80 Jahren in eine Katastrophe geführt. Becker mahnte jeden, sich zu fragen: „Habe ich den Mut, mich dem Mob entgegenzustellen?“