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Ein Café inmitten von Spenden: Bürgerhilfe eröffnet neue Annahme- und Abgabestelle

Das Team der neuen Anlaufstelle um Nadine Fischer (2.v.l.) und Jana Roth (2.v.r.) mit den Helfern Suad (l.) und Al Moumen. (Foto: Höhner)

Das Team der neuen Anlaufstelle um Nadine Fischer (2.v.l.) und Jana Roth (2.v.r.) mit den Helfern Suad (l.) und Al Moumen. (Foto: Höhner)

Morsbach -

Kaum sind die Türen offen, da herrscht im Untergeschoss des Hauses an der Waldbröler Straße 51 prompt Gedränge. Mitten drin steht Nadine Fischer und winkt: Suad und Al Moumen eilen herbei, um der 39-Jährigen zu helfen. Denn am Haus in der Ortsmitte steht ein Auto, an Bord sind Kartons voll mit Spenden für Morsbachs Bürgerhilfe. Suad (26) aus dem Kosovo und Al Moumen (22) aus Syrien sind selbst aus ihren Heimatländern geflohen, heute helfen sie den Helfern. Und die haben eben am Samstag an der Waldbröler Straße eine neue Annahme- und Ausgabestelle für Sachspenden eröffnet.

Doch nicht nur das. Vor dem Raum mit den vielen Regalen stehen Stühle und Tische, auf einem Tresen reiht sich Kuchen an Kuchen. „Wir sind auch ein kleines Café“, lädt Nadine Fischer zu Besuchen ein. Denn wer Sachen abgibt, soll dort jene Menschen kennenlernen, die mit diesen Dingen ein neues Leben, ein Leben in Sicherheit, beginnen. „Das ist uns sehr wichtig.“ Begonnen haben Nadine Fischer und ihr Ehemann Dirk (43) gemeinsam mit dem befreundeten Paar Jana Roth (38) und Ben Soest (34) in der Morsbacher Ortschaft Rhein, am Schulweg 21.

Vor der großen Flüchtlingsunterkunft dort steht ein Container, da nehmen die beiden Paare seit dem vergangenen August Spenden aller Art entgegen. „Aber der Container ist schnell voll, auch kommt man dort nicht ins Gespräch“, bemängelt Nadine Fischer. Umso mehr freut sich das Vierergespann, dass die Gemeindeverwaltung jüngst die leer stehende Immobilie an der Waldbröler Straße mieten konnte und der Morsbacher Bürgerhilfe das Untergeschoss zur Verfügung stellt. Dort würden nun Brücken gebaut – auch für jeden bedürftigen Morsbacher.

„Ich hatte das Haus schon lange im Auge“, berichtet Bürgermeister Jörg Bukowski, der ebenso den Wert der Anlage erkannte: Auf dem Grundstück steht auch eine Halle, in der nun Spenden bis zur Vergabe lagern, im Haus selbst wohnen heute 22 Flüchtlinge.

Einen Raum teilt sich die Bürgerhilfe indes mit der eigenen Fahrradwerkstatt, die an Samstagen ab sofort eben zum Begegnungscafé wird. „Wir räumen immer alles hin und her“, schildert Jana Roth und ihre Helfer nicken. „Das gibt Muskeln“, sagt Suad, der fast fließend Deutsch spricht. 230 Asylbewerber leben derzeit in der Wissergemeinde, im Januar und Februar sei der Zustrom zurückgegangen, berichtet Bürgermeister Bukowski. „Aber schon bald werden uns neue Menschen erreichen.“

Damit auch die mit allem ausgestattet werden können, das für den Alltag nötig ist, bitten die beiden Morsbacher Paare derzeit vor allem um Spielsachen, Kinderwagen, Wolldecken, Bettwäsche, Handtücher und kleinere Elektrogeräte. Wie aber klappt die Verständigung, wenn Suad und Al Moumen einmal nicht da sind, um zu helfen und zu übersetzen? Nadine Fischer lacht. „Ich habe immer ein arabisches Bilderbuch bei mir, in dem zum Beispiel viele Haushaltsgeräte abgebildet sind.“

Die Annahme- und Angabestelle für Sachspenden in Rhein am Schulweg 21 bleibt auch weiterhin erhalten. Sie öffnet donnerstags von 16 bis 18 Uhr. Das neue Begegnungscafé, Waldbröler Straße 51, öffnet immer samstags von 15 bis 18 Uhr.


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