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Engagement: Wipperfürther Ehepaar hilft beim Wiederaufbau auf Philippinen

Simon und Ruth Tschunko gehen als Entwicklungshelfer auf die Philippinen. (Foto: privat)

Simon und Ruth Tschunko gehen als Entwicklungshelfer auf die Philippinen. (Foto: privat)

Wipperfürth -

„Wir wollen praktische Hilfe vor Ort leisten.“ In wenigen Tagen beginnt für Simon und Ruth Tschunko einneuer, und ganz besonderer Lebensabschnitt: Für mindestens drei Jahre werden der aus Hückeswagen stammende Maschinenbauingenieur und seine in Wipperfürth geborene Frau und gelernte Sozialpädagogin das Leben in Deutschland eintauschen gegen eine einfache Hütte auf den Philippinen, um dort Hilfe beim Wiederaufbau zu leisten.

Taifune haben die Region East-Samar in den letzten Jahren heimgesucht. Vor Ort wird Simon für die Organisation „AMG Philippes“ tätig sein, die sich seit rund 30 Jahren um Kinder in den Slums in Manila kümmert, dazu um Berufsbildung und Aufbau von Gemeinden. Nach den Zerstörungen durch Taifun Yolanda 2013 hilft AMG beim Wiederaufbau. Taifun Ruby hatte knapp ein Jahr später erneut große Teile des Gebietes zerstört.

Christlicher Glaube als Antrieb

Einmal gemeinsam Entwicklungsarbeit zu leisten, „diese Überlegung gab es schon vor Jahren“, sagt Simon Tschunko, der 2014 schwer erkrankte an einem Tumor. Die Krankheit ist überstanden, jetzt wollen beide ihre Überlegung in die Tat umzusetzen. Dazu nahmen sie Kontakt mit dem in Stuttgart ansässigen Entwicklungsdienst „Christliche Fachleute International“ auf.

Entwicklungshelfer sollen Erfahrung im Beruf mitbringen. Die hat der 29-Jährige in einer Firma bei Frankfurt gesammelt – in der es „vom Autositz für Kinder bis zum Zahnarztstuhl“ um praktische technische Lösungen ging.

Die 28-jährige Ruth Tschunko arbeitete im Kinderhilfsprojekt „Arche“ mit. Beide wollten nun noch mehr „für und mit Menschen machen“. Ganz wichtig als Antrieb ist ihnen dabei der christliche Glaube und die Nächstenliebe.

Und wieso ein Einsatz auf den Philippinen? „Wir wollten für beide Partner eine Aufgabe“, sagt Simon. Die Chance dazu bietet der Einsatz in East-Samar, wo CFI mit AMG Philippines zusammenarbeitet. Simon Tschunko wird demnächst als Berater für Wiederaufbau gefragt sein. Ruth Tschunko wird in einem Schülerwohnheim arbeiten, die Kinder betreuen und begleiten.

Simon Tschunko will als Berater „auf die Leute zugehen, von den Menschen lernen, was sie für Probleme haben, versuchen, ihnen dabei zu helfen“. Beide sehen sich vor einer spannenden Aufgabe. Und stellen sich bereits auf manche Unbill ein: „Samstags ist dort meist der Strom abgestellt – dazu kommen noch plötzliche Ausfälle“, weiß Simon Tschunko von Problemen.

Eine Lösung könnten erneuerbare Energien sein, ein Projekt für den junge Deutschen in den nächsten Jahren. Vor Ort werden sie nicht im Luxus leben: Eine einfache gemauerte Hütte wartet auf sie, mit einem Dach aus Wellblech.

Kurs zum Verhalten bei Geiselnahmen

In diesen Tagen laufen die letzten Vorbereitungen. Ihr Hausstand ist aufgelöst, die Möbel sind verkauft. Bis auf ein paar wenige Stücke, die bei Freunden und den Eltern eingelagert sind. „Wir leben jetzt aus Kisten“, sagt Simon Tschunko und lächelt.

Ab Januar absolvieren sie Vorbereitungskurse, zunächst in Süddeutschland, dann für etwa acht Wochen in Bad Honnef. An der „Akademie für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung“ lernen sie etwa die neben Englisch gebräuchliche Amtssprache auf der Insel Samar. Auch ein Sicherheitskurs gehört dazu, in dem geht es um das Verhalten bei Geiselnahmen.

Finanziert wird ihr Einsatz zum Teil durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – dazu kommen Spenden.

Einen Wunsch haben Ruth und Simon Tschunko für den neuen, besonderen Lebensabschnitt: „Wir möchten Sorgen und Freunden gleichermaßen mit den Philippinos teilen. Gemeinsam schaffen wir mehr als jeder für sich!“

Weitere Infos über den Entwicklungsdienst „Christliche Fachkräfte International (CFI ) gibt es unter cfi@gottes-liebe-weltweit.de