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Erzbistum Köln ordnet seine Dekanate neu: Dekanat Wipperfürth wird aufgelöst

St. Severin in Lindlar

St. Severin in Lindlar

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Schmitz

Wipperfürth/Lindlar -

Das Erzbistum Köln ordnet sich neu. Die bisherigen 15 Stadt- und Kreisdekanate rücken anstelle der bisherigen rund 50 Dekanate. Für die Katholiken in Wipperfürth, Lindlar, Radevormwald und Hückeswagen bedeutet das: Ihre Pfarreien gehört künftig zum Kreisdekanat Gummersbach, das bisherige Dekanat Wipperfürth wird aufgelöst.

Vor allem ältere Katholiken, für die „der Dechant“ eine Institution war, werden um das Dekanat Wipperfürth trauern. Persönlichkeiten wie Prälat Joseph Mäurer (Dechant von 1942 bis 1974) und Monsignore Hanspeter Steinbach (Dechant von 1974 bis 2001) sind vor allem vielen Wipperfürthern noch in prägender Erinnerung.

„Es ist natürlich ein schmerzhafter Verlust“, so empfindet es Thomas Ufer, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes von St. Nikolaus. „Denn damit geht eine gute Tradition zuende.“ Überraschend sei die Entscheidung des Erzbistums allerdings nicht. Von den kleinen Pfarreien, wie etwa St. Agatha in Agathaberg habe man sich schon lange verabschiedet, jetzt entstünden pastorale Großräume.

Wie Ufer erklärt, seien vor allem die Priester von der Neugliederung betroffen. „Künftig muss eben Kreisdechant Bersch sehen, wie die pastorale Versorgung zu leisten ist.“ Die Pfarrgemeinden müssten künftig noch enger zusammenarbeiten.

Wie ernst der Priestermangel auch im Erzbistum Köln mittlerweile ist, zeigt sich gerade in Oberberg. Der Pfarrverbund Lindlar wird von Kreisjugendseelsorger Norbert Fink als Pfarrverweser kommissarisch betreut, eine Vakanz gibt es auch in Engelskirchen und in Wipperfürth, wo Schulpfarrer Sebastian Bremer als Pfarrverweser von St. Nikolaus tätig ist. „Das Dekanat spielt heute nicht mehr die große Rolle“, erklärt Bremer. Das Dekanat Wipperfürth umfasse ja nur noch die drei Pfarreien Wipperfürth, Lindlar und Radevormwald/Hückeswagen, die Seelsorger könnten sich auch direkt absprechen.

Die Kirche habe sich in ihrer Organisationsstruktur immer wieder gewandelt, und für jüngere Katholiken spiele der Abschied vom Dekanat gar keine Rolle. Bei den Älteren sehe das anders aus. „Wir müssen alle etwas größer denken“, sagt Bremer.

Wipperfürths Bürgermeister Michael von Rekowski findet den Wegfall des Dekanats Wipperfürth „schade“. Doch auch andernorts, ob in Gewerbe, Industrie oder Verwaltung, fänden Fusionen aufgrund von organisatorischen und wirtschaftlichen Zwängen statt.