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Feierlicher Akt auf dem Marktplatz: Städtepartnerschaft zwischen Wiehl und Bistritz

Auch persönlich harmonieren Bürgermeister Werner Becker-Blonigen (l.) und Amtskollege Ovidiu Cretu. In Bistritz unterzeichneten sie die Partnerschaftsvereinbarung. (Foto: privat)

Auch persönlich harmonieren Bürgermeister Werner Becker-Blonigen (l.) und Amtskollege Ovidiu Cretu. In Bistritz unterzeichneten sie die Partnerschaftsvereinbarung. (Foto: privat)

Wiehl -

In einem feierlichen Akt haben der Wiehler Bürgermeister Werner Becker-Blonigen und sein Amtskollege Ovidiu Cretu im rumänischen Bistritz die Partnerschaftsvereinbarung zwischen den beiden Städten unterzeichnet. Becker-Blonigen nannte die nun offizielle Verbindung, einen „wichtigen kleinen Baustein“ der europäischen Einigung.

Der Wiehler Partnerschaftsverein hat zu diesem Anlass eine zweiwöchige Busfahrt nach Rumänien organisiert. Bis zum Ende vergangener Woche standen nicht nur Bistritz, sondern auch die anderen mittelalterlichen Städte und Burgen Siebenbürgens auf dem Besichtigungsprogramm. Angeführt wurde die Gruppe von Dr. Hans Franchy. Der gebürtige Bistritzer ist Initiator und Vorsitzender des Wiehler Partnerschaftsvereins. Die 36 Teilnehmer waren beim Festakt ebenso dabei wie hochrangige Vertreter der Wiehler Stadtverwaltung und aller Fraktionen des Stadtrats.

Verbundenheit zu Siebenbürgen

In einem großen Zelt auf dem Marktplatz, in dem in den kommenden Wochen die „Sommertheater“-Veranstaltungsreihe über die Bühne geht, machten zehn Redner die Vertragsunterzeichnung zu einer feierlichen Angelegenheit. Wiehls Bürgermeister Werner Becker-Blonigen erinnerte in einer emotionalen Ansprache daran, dass die Siebenbürger Sachsen in 50 Jahren ein wichtiger Teil der Stadt Wiehl geworden sind. 15 Prozent der Stadtbevölkerung habe Wurzeln in Siebenbürgen.

„Ob Lehrer, Arzt, Architekt, Künstler, Handwerker oder einfacher Arbeiter, sie alle haben wehmütig, oft leidvoll, aber immer in dem Gefühl tiefer Zuneigung von ihrer siebenbürgischen Heimat in Rumänien gesprochen.“ Das sei eine gute Basis für die Initiative von Hans Franchy und Jürgen Poschner gewesen. Der Bistritzer Bürgermeister Ovidiu Cretu hatte darauf gedrängt, die Vertragsunterzeichnung noch zu vollziehen, bevor Becker-Blonigen im September aus dem Amt scheidet. Dieser nannte die ersten Begegnungen mit Cretu „herzlich, ernsthaft und bodenständig.“

Vertragsunterzeichnung als Höhepunkt der Feierlichkeiten

Becker-Blonigen nannte sich glücklich, „Freunde in Europa, in Rumänien, in Bistritz zu finden, mit denen wir uns austauschen, lachen, essen und trinken, unsere Sorgen und Probleme, aber auch Freude teilen und eine gemeinsame Zukunft planen können“. Und er schloss mit dem Ausruf: „ Es lebe das Europa der Bürgerinnen und Bürger in Freiheit!“

Die Vertragsunterzeichnung war Höhepunkt einer dreitägigen Feier, in deren Zuge auch das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert wurde, die Bistritz bereits mit der Stadt Herzogenrath bei Aachen unterhält. Enni Janesch, Vorsitzende der Drabenderhöher Kreisgruppe der Siebenbürger Sachsen, berichtet von einem anstrengenden Programm, das allerdings von einer beeindruckenden Gastfreundlichkeit geprägt war: „Wir haben uns wohl gefühlt in Bistritz.“