Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Karneval in Oberberg: Mit dem Männerballett Dancing Daddys auf Tour

Foto:

Lenzen

Frielingsdorf -

Ein prüfender Blick auf die Bekleidung, letzte Dehnübungen und ein aufmunterndes „Toi, toi, toi“, von Trainerin Heike Feykens, dann geht es für die 17 Männer rein in den Saal der Lindlarer Kulturzentrums und rauf auf die Bühne. In Zimmermannskluft und mit einigen Holzbalken entern die Herren, zwischen 20 und 56 Jahre alt, die Bretter, die zur Karnevalssession für sie die Welt bedeuten.

Die Dancing Daddys, so nennt sich die 2004 aus einer Bierlaune heraus gegründete Tanzgruppe, absolvieren in dieser Session rund 30 Auftritte, mittlerweile längst nicht mehr nur rund um Frielingsdorf, sondern auch in Köln und dem ganzen Rheinland. Aus der Bierlaune ist längst ein Tanztruppe geworden, die ambitioniert ist und immer professioneller wird.

Und die 16 Tänzer (Vater 17 hat Rücken und sorgt für den reibungslosen Ablauf hinter der Bühne) legen gleich mächtig los. Der Spaß an der Bewegung ist ihnen anzusehen, Musik und Choreographie passen gut zusammen. Die Bässe hämmern, die Bühne bebt unter den Schritten, die ersten Hebefiguren werden beklatscht. Zimmermannsjacken und -hosen fliegen in die Ecken, das weibliche Publikum johlt, erst recht, als ein paar Minuten später auch die Hemden verschwinden und die Männer in T-Shirts und Shorts mit ihrer Show dem Publikum weiter einheizen. Das ist schweißtreibende Arbeit, die eine Menge Kondition und Kraft von den Tänzern erfordert. Die Dancing Daddys haben durchaus Ehrgeiz, wie die Trainerin bestätigt. Und so nehmen sie auch an Meisterschaften für Männerballetts teil, erfolgreich, wie einige Turniersiege zeigen.

Michael Knape, Pressesprecher und seit kurzem bei der Truppe, ist von der Kameradschaft angetan. Der Zusammenhalt sei prima, nicht nur auf der Bühne, sondern auch außerhalb des Scheinwerferlichts achte jeder auf den anderen, das Miteinander funktioniere trotz des Altersunterschiedes und der unterschiedlichen Charaktere sehr gut.

Hochkonzentriert absolvieren die 16 Daddys auf der Bühne ihr Programm und der Name verrät, dass es sich um ganz normale Männer handelt, durchaus auch mit einem kräftigeren Bauch und dem ein oder anderen Pölsterchen zu viel und nicht um durchtrainierte gestählten Athleten (auch die sind dabei).

Ohne Zugabe geht es nicht von der Bühne

Genau das macht den Charme aus. Ohne Zugabe kommen die Dancing Daddys nicht von der Bühne. Schnell muss es jetzt gehen, denn bis zum nächsten Auftritt in Frielingsdorf sind nur ein paar Minuten Zeit. Im Nebenraum stehen die Taschen mit den Klamotten bereit, abtrocknen, anziehen, einen Schluck trinken, einen Fotowunsch erfüllen. Dann geht es zu den Privatwagen, die von den Frauen chauffiert werden.

In der Scheelbachhalle herrscht drangvolle Enge, besonders in der Umkleide, doch wenigstens ist jetzt ein bisschen Zeit zum Durchatmen, denn ein anderer Programmpunkt wurde vorgezogen. Die Daddys wirken entspannt, stehen in kleinen Gruppen zusammen, grüßen hier einen Bekannten, das ein oder andere Kölsch rinnt durch durstige Kehlen. Dann werden die Balken geschultert. Auch auf der engen Bühne klappt alles prima, der Auftritt wird bejubelt und nach 20 Minuten geht es schweißgebadet zur Umkleide. Ein kurzer Blick, dann ist auch die letzte Tasche gefunden und alle Utensilien sind verstaut. In Wipperfürth steht der vierte Auftritt des Tages für das Frielingsdorfer Männerballett auf dem Programm. Ab in die Umkleide. Ein paar Aufwärmübungen, dann geht es in die Halle, wo beste Stimmung herrscht. Doch die steigt auf einen Höhepunkt, als die 16 Daddys richtig aufdrehen und den Applaus auskosten. Richtig anstrengend war der Tag, doch einige der Daddys werden in Frielingsdorf noch weiter feiern.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?