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Kitas und Ganztagsschulen: Awo lädt zur Betriebsversammlung

579 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kitas und Offenen Ganztagsschulen der AWO stehen zur Zeit vor der Frage, ob sie einem freiwilligen Gehaltsverzicht zustimmen sollen.()

579 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kitas und Offenen Ganztagsschulen der AWO stehen zur Zeit vor der Frage, ob sie einem freiwilligen Gehaltsverzicht zustimmen sollen.()

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Oberberg -

Nach wie vor geht die Sorge um bei den 579 Mitarbeitern der Kindertagesstätten und Offenen Ganztagsschulen in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Rhein-Oberberg. Schon am Mittwoch spricht die Awo mit Vertretern des Oberbergischen Kreises über etwaige Rückgaben von Kindertagesstätten in kommunale Trägerschaft. Wie berichtet, drohen nach der letzten Gehaltserhöhung die Löhne der Awo Rhein-Oberberg die Luft abzuschnüren. Sie zahlt ihren Erzieherinnen und Erziehern Gehalt nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Jetzt wirbt Geschäftsführerin Martina Gilles dafür, dass die Kollegen freiwillig auf die letzte – rückwirkend zu zahlende – Gehaltserhöhung verzichten.

Der Awo-Betriebsrat wurde im Dezember von der Geschäftsführung vom Stand der Dinge informiert, sagt Betriebsratsvorsitzende Petra Blenkers. „Seitdem haben regelmäßige Treffen stattgefunden. Es ist eine nicht einfache Situation für alle.“ Ansonsten verweist sie auf die Betriebsversammlung am Donnerstag mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit Gewerkschaft, Geschäftsführung und Betriebsrat.

Verdi-Gewerkschaftssekretär Andreas Reich spricht von „einer Menge Anfragen von Awo-Mitarbeitern“, die bei der Gewerkschaft eingegangen seien. Sein Ratschlag: „So lange auf höherer Ebene nichts geklärt ist, sollte man sich auf nichts einlassen.“ Bei Verdi wolle man sich erst einmal darüber klar werden, was die Awo genau anbiete und was die Konsequenzen sein könnten.

Denn der freiwillige Verzicht auf die Tarifsteigerung sei nur eine Bitte der Awo. „Die Kolleginnen und Kollegen sollen sich auch noch auf eine TVöD-Tabelle vom 1. April 2014 festschreiben lassen.“ Aus Sicht der Gewerkschaft, so Reich, bedeute das ein dauerhaftes Einfrieren der Gehälter. Davor warnt er: „Am Anfang neigt man zur Zustimmung, damit man die Kuh vom Eis bekommt. Aber später stellt man fest, dass ein festgeschriebenes Gehalt seine Effekte zeitigt: Das Leben wird teurer, der Netto-Lohn bleibt gleich.“

Dass es automatisch dazu kommt, bestreitet Geschäftsführerin Martina Gilles: „Wir müssen jetzt erst mal das Schlimmste abwenden“, sagt sie, „dann werden wir später bei weiteren Gehaltserhöhungen sehen, ob wir die durchreichen können oder nicht. Wir wollen ja im TVöD bleiben.“

Aber das reicht Gewerkschaftssekretär Andreas Reich nicht. Bei freiwilligen Leistungen liege die Betonung immer auf „freiwillig“, sagt er. „Insbesondere für junge Kollegen ist das natürlich eine schlechte Perspektive.“

Bei Verdi baut man jetzt auf Gespräche. Morgen treffen sich Vertreter von Verdi und Awo Rhein-Oberberg. „Wir hoffen, dass wir von der Awo dann auch belastbare Zahlen bekommen.“ Den konkreten Betrag von 870 000 Euro jährlicher Mehrkosten, die die Awo nicht aufbringen kann, habe man bei Verdi erst aus der Presse erfahren.

„Wenn die Awo darlegt, dass sie tatsächlich in die Insolvenz knicken würde, ist das natürlich eine Grundlage, auf der man verhandeln muss.“