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Losemund Theater Bergneustadt: „Außer Kontrolle - Liebe und Lügen eines Ministers

Wie kompromittierend: Oliver Gelhausen (hinten) ist elegant übers Fenstersims drapiert. André Fritsche (l.) und Ann-Christine Wirth überlegen, wie sie die vermeintliche Leiche loswerden können, die ihr Schäferstündchen auf so dramatische Weise verhindert. (Foto: Dierke)

Wie kompromittierend: Oliver Gelhausen (hinten) ist elegant übers Fenstersims drapiert. André Fritsche (l.) und Ann-Christine Wirth überlegen, wie sie die vermeintliche Leiche loswerden können, die ihr Schäferstündchen auf so dramatische Weise verhindert. (Foto: Dierke)

Bergneustadt -

„Gelegenheit macht Liebe“, denkt sich der Staatsminister Richard Willms und schwänzt die Nachtsitzung des Parlaments. Lieber lädt er die naiv-verführerische Jenny, pikanterweise Sekretärin der Opposition, zum romantischen Rendezvous ins Nobelhotel. Ein lebloser Körper, eingeklemmt im Fenster der Luxus-Suite, beendet das Tête-à-tête jäh, und der Abend gerät außer Kontrolle.

Beste Nebenrolle: die Fenster-Guillotine

Die gleichnamige Komödie, „Außer Kontrolle“ des britischen Schauspielers und Komödienautors Ray Cooney, steht derzeit auf dem Spielplan des Losemund Theaters Bergneustadt. Am Wochenende war Premiere, und das Publikum in der ausverkauften Kleinen Bühne schaute genüsslich zu, wie sich der Minister (André Fritsche) und sein pflichtbewusst zur Hilfe eilender Sekretär (Torsten Bode) immer tiefer ins selbst gewebte Netz der Lügen verstrickten.

Schließlich kreuzt der eifersüchtige Ehemann (Marlo Potthoff) von Jenny (Ann-Christine Wirth) auf, und Ministergattin Pamela (Irene Dommer) hofft, ihre Ehe mit einer Nacht im Hotel auffrischen zu können. Die beiden muss man ebenso loswerden wie die misstrauische Hotelmanagerin (Ute Kopplin), den impertinenten Kellner (Martin Schmitz), eine gestrenge Krankenschwester (Regina Förster) und die mutmaßliche Leiche, die sich als bewusstlos geschlagener Detektiv (Oliver Gelhausen) entpuppt.

Die wichtigste Nebenrolle spielt dabei das Fenster der Hotel-Suite, das – einer Guillotine nicht unähnlich – eigenmächtig zuschlägt und in Slapstick-Manier so manchen Protagonisten außer Gefecht setzt. Das Bühnenbild ist Regisseur André Fritsche und dem Ensemble sehr gut gelungen. Bei der Premiere wurden vor allem Torsten Bode, Martin Schmitz und Oliver Gelhausen dem Tempo und der Slapstick der Komödie gerecht. Das Stück lebt vom britischen Humor der Dialoge in der brillanten Übersetzung des Briten Nick Walsh und kam beim Premierenpublikum sehr gut an.

„Außer Kontrolle“ spielt das Losemund Theater in der Kleinen Bühne Bergneustadt, Kölner Str. 297, am Samstag, 23. und 30. Januar, 13., 20. und 27. Februar und 5. März, jeweils um 20 Uhr. An den Sonntagen, 24. Januar, 14. und 28. Februar, ist die Komödie um 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro.