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Märchen, Mythen und Legenden: Schützenkapelle Wipperfeld spielt sinfonische Blasmusik

Die Schützenkapelle Wipperfeld unter Dirigent Marco Müller bei ihrem Winterfest. (Foto: Schmittgen)

Die Schützenkapelle Wipperfeld unter Dirigent Marco Müller bei ihrem Winterfest. (Foto: Schmittgen)

Wipperfeld -

Wie Donnergrollen hallen die Paukenschläge durch den abgedunkelten Saal, die Blechbläser schmettern Fanfaren. „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauß, bekannt aus der Werbung und als Filmmusik, ist ein gewaltig tönender Auftakt des Winterkonzerts der Schützenkapelle Wipperfeld. Unter Dirigent Marco Müller präsentieren die rund 50 Musiker in der Sporthalle „Märchen, Mythen und Legenden“.

Anspruchsvolle Kost gibt es im ersten Teil des Konzerts. Mit Johann des Meijs Sinfonie Nr. 1 „Der Herr der Ringe“ – nicht zu verwechseln mit der Filmmusik von Howard Shore – erschaffen die Musiker in der Wipperfelder Sporthalle den Geist von Mittelerde. Düstere Klänge beschwören den Zauberer Gandalf, der schließlich in einem fulminanten musikalischen Ritt davonjagt. Die Hobbits sind dagegen erdverbundene kleine Geschöpfe, die gerne feiern. Doch auch hier ist ein bedrohlicher Unterton nicht zu überhören.

Märchenhaftes Glockenspiel

Überwiegend heiter geht es bei „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, die Musik zu dem gleichnamigen, beliebten Märchenfilm stammt von Karel Svoboda. Das Glockenspiel erschafft eine märchenhafte Winterlandschaft. Die Hörner lassen eine Jagdszene plastisch erklingen, der Prinz bittet Aschenbrödel zum Tanz und zum Schluss feiern beide eine prächtige Hochzeit. Mit Charme und Sachverstand führen die Moderatoren Annika Schlütter und Simon Lorscheid durch das Programm.

Ein besonders schönes Stück Militärmusik gelingt der Schützenkapelle mit dem langsamen „Marche des Soldats de Robert Bruce“ – Dirigent Marco Müller ist nicht umsonst Schlagzeuger beim Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg. Als Solisten zeigen Annika Schlütter ( Piccoloflöte) und Christoph Feige (kleine Trommel) ihr Können.

Ausbildung auf hohem Niveau

Dass die Wipperfelder auch richtig gut swingen können, stellen sie mit einem fetzigen Benny-Goodman-Medley unter Beweis. Auszüge aus Evergreens wie „Stompin’ at the Savoy“ und „Sing, Sing Sing“ machen richtig gute Laune. Goodman, der selbst Klarinette spielte, hätte an Solistin Theresa Theunissen seine Freude gehabt.

Nach der Pause bilden Polkas und Märsche den Schwerpunkt, dazu ein Medley mit Elvis-Hits. Beim Publikum kommt die Mischung aus anspruchsvoller, sinfonischer Musik und traditioneller Blasmusik sehr gut an. Die harte Probenarbeit hat sich gelohnt. Und auch um den Nachwuchs muss es der Wipperfelder Schützenkapelle nicht bange sein. Das 13-köpfige Jugendorchester unter Leitung von Jörg Ossenbach wurde für das Konzert um einige „Leihgaben“ der Schützenkapelle verstärkt. Mit „State of the Art“, „Three little Pop Tunes“, „Can’t take my Eyes of You“ und vor allem dem spritzigen „Tijuana Taxi“ zeigen die jungen Musiker, welch hohes Niveau die Ausbildung in Wipperfeld hat.