Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Närinnen in Oberberg: So hübsch wie forsch . . .

Auch einige Froschköniginnen hatten gestern Nachmittag bei der Sitzung der Stephinchen im Krawinkelsaal in Bergneustadt ihren Spaß. (Fotos: Arnold/3, Hoene)

Auch einige Froschköniginnen hatten gestern Nachmittag bei der Sitzung der Stephinchen im Krawinkelsaal in Bergneustadt ihren Spaß. (Fotos: Arnold/3, Hoene)

Oberberg -

Vollmerhausen

Als das Männerballett des Engelskirchener Karnevalskomitee Leppestraße bei den Hohler Bären in Vollmerhausen auf der Bühne stand und unter seinen golden schimmernden Westen Muskeln und Tattoos hervorblitzen ließ, hielt es die holde Weiblichkeit nicht mehr auf den Stühlen.

Da wurde gejohlt, geklatscht, gekreischt. Während die Männer bei ihrer Choreographie zumindest leicht ins Schwitzen kamen, konnten die jecken Weiber entspannt genießen, was ihnen auf der Bühne geboten wurde. Fast hatte man den Eindruck, die Chippendale-Profistripper würden auf den Brettern stehen.

Bereits um 13.30 Uhr hatten die Hohler Bären den Startschuss für ihr Bühnenprogramm gegeben. Bis in den Abend gaben sich Karnevalsgesellschaften und Vollmerhausener Eigengewächse die Klinke in die Hand. (ar)

Bergneustadt

Wer in Bergneustadt Karneval sagt, der kann nur die Sitzung der lustigen Stephinchen mit ihrer jecken Elferratspräsidentin Antje Schnellenbach vorneweg meinen.

Sie führte gestern durch das fünfstündige Programm im Krawinkelsaal und wurde später von Barbara Schley für ihre 25-jährige Arbeit in der Frauengemeinschaft und an der Spitze der Stephinchen geehrt.

Neben dem eigenen Prinzenpaar sowie den Little und Roten Fünkchen brillierte auch die Kindertanzgarde des Ründerother Karnevalsvereins in Bergneustadt.

Ein Heimspiel hatte der Präses von St. Stephanus, Diakon Willibert Pauels, der als „Bergische Jung“ in der Bütt auch Kreisdechant Christoph Bersch nicht verschonte. An Karneval sei so was möglich, sagte der ehemalige Superstar des Kölner Karnevals. Das sah sein Chef im Saal genauso und amüsierte sich prächtig. (ar)

Marienheide

Rappelvoll war die Marienheider Turnhalle an der Jahnstraße, als dort der Katholische Karnevalsverein Marienheide sein jeckes Feuerwerk zündete. Ein13-köpfiges Team um Moderatorin Gisela Cremer hatte seit Oktober ein fünfstündiges Programm mit Büttenreden und Sketchen vorbereitet.

Diese spielten unter anderem im Wartesaal, bei der Familienfeier oder auf dem stillen Örtchen. Den Indianern und spanischen Senioritas gefiel das Programm in der Turnhalle, die bereits zum vierten Mal zum Marienheider Gürzenich wurde. (ar)

Ellingen

„Wir haben uns tausendmal gewogen, wir haben uns tausendmal verschätzt“, sang das Wendershagener Klimakterium-Sextett in leichter Abwandlung des Andrea-Berg-Hits, und – na klar, es handelte sich bei diesem urkomisch vorgetragenen Sketch um eine Dessousparty mit „Madame Lydia“, bei der im Saal kein Auge trocken blieb. Seit über 40 Jahren feiern die Damen aus Wennerschen im Ellinger Dorfhaus Altweiber, im mittlerweile achten Jahr mit Roswitha Huhn als Präsidentin. Deren trockener Humor reißt auch ihre Mitstreiterinnen mit, das Wendershagener Programm ist zu 100 Prozent hausgemacht, „deheem“ halt, wie auch im Ellinger Grund der Schlachtruf lautet.

Wildberg

Bei der Tollen Elf in Wildberg wird der Gardetanz groß geschrieben, quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen. Minigarde, Teenie-Garde, große Garde, Damengarde – alle begeisterten mit ihren neuesten, teils akrobatischen Showtänzen.

Doch gestern kam zu allererst natürlich die Prinzengarde auf die Bühne. Sechs fesche junge Männer, deren Auftritt die Frauen und Mädels in der so gut wie ausverkauften Glückauf-Halle johlend und klatschend auf die Stühle trieb. Dabei befand sich „Wieberch“ zumindest gestern in der Eiszeit, das ganze Dorf war ausgestorben und nur eine kleine Gruppe von Kaiserpinguinen hatte überlebt.

So watschelten die Damen der Damengarde im Trippelschritt als Kaiserfunken vor den eiszeitlichen Kulissen und präsentierten ihre Überlebensstrategie. Wegen der wohl auf Eis gelegten Pläne einer forensischen Klinik in der Nachbarschaft hatten sich die Damen eine „froh-rensische“ Klinik errichtet, um sich in der Zeit nach Karneval für eine Rückkehr ins normale Leben therapieren zu lassen.

Das kann allerdings eine äußerst schwierige Therapie werden, denn bis Aschermittwoch dauert es noch ein paar Tage. (mf)