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Schloss Heiligenhoven: Baufirma für Klinik steht fest

Schloss Heiligenhoven soll Sitz einer Burn-out-Klinik werden.

Schloss Heiligenhoven soll Sitz einer Burn-out-Klinik werden.

Foto:

Schmitz

Lindlar -

Die geplante Burn-out-Klinik in Schloss Heiligenhoven macht Fortschritte. Der Träger, die Limes Schlosskliniken Management GmbH mit Sitz in München, hat sich vor wenigen Tagen  für einen Generalbauunternehmer entschieden. Es handelt sich nach Informationen dieser Zeitung um die van Wijnen Groep, eines der größten privaten Bauunternehmen der Niederlande. Doch auch regionale Unternehmen sollen bei der Ausschreibung zum Zug kommen. Für den Innenausbau  soll das Kölner  Innenarchitekturbüro 100interior verantwortlich sein – ein Büro mitbreiter Erfahrung im Krankenhaussektor. Bislang wurde das Projekt Schlossklinik von der Masterplan Unternehmensberatung in Korschenbroich vorangetrieben. Ende Juli übernimmt es die neu gegründete Limes Schlosskliniken GmbH.

Der Abschluss des Kaufvertrags zwischen dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und  Masterplan bzw. Limes lässt hingegen weiter auf sich warten. „Es hat eine Anbahnung gegeben“ –  so vorsichtig drückt sich Richard von Bergmann-Korn, Sprecher der Limes-Gesellschafter, aus. Zudem würden  die Verhandlungen in den Sommerferien ohnehin ruhen. Das Problem: Grundlage aller weiteren Planungen ist der so genannte vorhabenbezogene Bebauungsplan. Dieser Plan und ein Antrag auf Änderung eines Bebauungsplanes können nur vom neuen Eigentümer – also der Limes GmbH –  erstellt werden. Eine solche Änderung des Bebauungsplanes ist nötig, weil  sich die vorgesehenen 120 Betten  nicht im Schloss unterbringen lassen, ein Anbau muss her.

Dieser Anbau wiederum macht den Denkmalschützern Kopfzerbrechen. Denn die Vorburg von Schloss Heiligenhoven ist denkmalgeschützt, für das gesamte Schloss  gilt  Ensembleschutz. Außerdem läuft ein Verfahren auf Unterschutzstellung für den Schlosspark.

Landeskonservator Dr. Klaus Thiel vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege, einer Unterabteilung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), will vor einer Zustimmung seiner Fachbehörde erst einmal die Pläne sehen. „Ich muss doch zunächst einmal wissen, wie weit das neue Baufenster das jetzige überschreitet“, so Thiel. Offene Fragen gebe es auch bei  der Verkehrsanbindung, den Parkplätzen und der Feuerwehrzufahrt. Genau diese Punkte hatte auch Jürgen Dreiner-Wirz (SPD) bereits vor Monaten angemahnt.

Ein Verkauf  von Schloss und Grundstück wären auch ohne vorherige Zustimmung der Denkmalbehörde möglich, denn der Kaufvertrag soll eine Rückabwicklungsklausel vorsehen. Die Limes GmbH  ist jedenfalls entschlossen, in einem ersten Schritt drei Burn-out Kliniken zu realisieren: in Lindlar, einem weiteren Standort in NRW und zwischen Berlin und Hamburg. Später sollen drei weitere Kliniken folgen.