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Soll erfüllt: Stadt Wiehl stoppt Pro-Markt-Umbau

In der Verkaufshalle und den Nebenräumen wurde bereits eifrig gearbeitet. Bürgermeister Ulrich Stücker und seine Mitarbeiter Michael Schell und Bert Schneider (v.l.) waren froh, das Gebäude zur Unterbringung von neu ankommenden Flüchtlinge nutzen zu können. ()

In der Verkaufshalle und den Nebenräumen wurde bereits eifrig gearbeitet. Bürgermeister Ulrich Stücker und seine Mitarbeiter Michael Schell und Bert Schneider (v.l.) waren froh, das Gebäude zur Unterbringung von neu ankommenden Flüchtlinge nutzen zu können. ()

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Foto: Schmittgen

Wiehl -

Auf dem Neujahrsempfang der Kölner Regierungspräsidentin hatte Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker die gute Nachricht erstmals gehört, inzwischen hat Innenmister Ralf Jäger es offiziell gemacht: Das Land wird vorerst keine Flüchtlinge mehr in Kommunen schicken, die ihr Aufnahmesoll erfüllt haben, sondern sie zunächst den Städten zuweisen, die noch unter ihrer Aufnahmequote liegen. Zu denen, die ihre Quote noch nicht erfüllt haben, gehören Großstädte wie Köln und Düsseldorf.

Durchatmen für oberbergische Kommunen

In NRW ist die Bezirksregierung Arnsberg für die Verteilung der Flüchtlinge zuständig. Diese erfolgt nach einem Schlüssel, der die Bevölkerungsgröße und die Fläche einer Kommune berücksichtigt. Manche der betroffenen Städte liegen bis zu 30 Prozent unter dem Soll. Bis alle 400 Kommunen ihre Aufnahmequote erfüllt haben, kann es mehrere Wochen, wenn nicht Monate dauern. Für die oberbergischen Kommunen heißt das: erst mal durchatmen.

Wiehl reagierte umgehend: Den Umbau des Pro-Markts an der Brucher Straße zu einer Flüchtlingsunterkunft habe man gestoppt, teilte Stücker im Haupt- und Finanzausschuss mit. Die erste Umbaustufe für knapp 15 Personen werde noch beendet, die Kapazitäten dort aber nur als Reserve vorzuhalten. Da die Stadt seit Anfang des Jahres Besitzer des Marktes ist, fallen keine Mietkosten für das ungenutzte Gebäude an.

Auch die Turnhalle an der Jahnstraße in Bielstein soll wieder komplett für den Sport nutzbar werden. Dort waren vorsorglich Sportgeräte entfernt oder abmontiert worden, um im Falle eines Falles rasch Trennwände und Betten aufstellen zu können.

Stadt würde Unterkunft in Bomig auch selbst nutzen

Die Ankündigung des Landes, möglicherweise schon bald auf die Erstaufnahmeeinrichtung in Bomig zu verzichten, würde weiteren Druck von der Stadt Wiehl nehmen. Der Kreis hatte im Auftrag des Landes im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Opfermann Platz für 200 Flüchtlinge eingerichtet.

Gibt das Land die Einrichtung auf, würde sich die Wiehler Aufnahmequote zwar auf einen Schlag deutlich verschlechtern. Aber, so der Beigeordnete Maik Adomeit, die Stadt könnte das Opfermann-Gebäude dann mieten, um vorübergehend selbst dort Flüchtlinge unterbringen, bis man mit dem Wohnungsbau nachgekommen ist.

„Wir wollen keine Ghettos schaffen.“

Derzeit entstehen an der Friedhofstraße bekanntlich fünf Wohnhäuser mit Platz für bis zu 100 Flüchtlinge. Parallel dazu wird im ganzen Stadtgebiet weiter nach geeigneten Wohnraum gesucht. Je weiträumiger die Neubürger verteilt würden, desto besser könne es mit der Integration klappen. Adomeit: „Wir wollen keine Ghettos schaffen.“


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