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Viel Stoff zu Geld machen: Schülerfirma gestaltet T-Shirts und übt das Wirtschaftsleben

Die noch junge Schülerfirma „Alphastoffe“ präsentiert T-Shirts mit selbst entworfenem Firmenlogo sowie erste Entwürfe für ihre Produkte. Jetzt hoffen die Schüler des Homburgischen Gymnasiums in Nümbrecht auf viele Kunden. ()

Die noch junge Schülerfirma „Alphastoffe“ präsentiert T-Shirts mit selbst entworfenem Firmenlogo sowie erste Entwürfe für ihre Produkte. Jetzt hoffen die Schüler des Homburgischen Gymnasiums in Nümbrecht auf viele Kunden. ()

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Foto: Siegfried-Hagenow

Nümbrecht -

„Stoned again – Wieder stoned“? Sintje Huppertz ist skeptisch. „Soll ich in meinem Alter ein T-Shirt mit diesem Spruch tragen?“ Huppertz ist eine erwachsene Aktionärin der Schülerfirma „Alphastoffe“ am Homburgischen Gymnasium in Nümbrecht, die jetzt zur Aktionärsversammlung eingeladen hatte. Schon entspannt sich eine lebhafte Diskussion über Zielgruppen und Marktchancen – wie im richtigen Wirtschaftsleben.

Tatsächlich geht es um echtes Geld der Aktionäre, zum Ende des Schuljahres wird abgerechnet. Dann zeigt sich, ob „Alphastoffe“ Gewinn gemacht hat oder baden gegangen ist mit der Idee, Shirts mit witzigen Sprüchen zu gestalten und zu vertreiben.

Seit vier Jahren können Schüler der Jahrgangsstufe 11 am Projekt „Schülerfirma“ teilnehmen, außer „Alphastoffe gibt es zurzeit ein Unternehmen, das Socken macht, und ein anderes, das Turnbeutel gestaltet. „Es ist schon passiert, dass Gruppen ihre Idee nicht umsetzen konnten, aber die meisten waren bisher erfolgreich“, verrät Lehrer Holger Biermann. Er berät die Schülerfirma nur. Denn alles soll echt zugehen. Da gibt es Abteilungen wie Technik, Verwaltung, Finanzen und Marketing. Wer der zwölf Schüler welche Rolle übernimmt, ergibt sich aus einem Eignungstest.

„Wir wollten was Kreatives machen“, schildert Niels Hüschemenger, der mit Kollegin Franziska Lang die Geschäftsführung ausübt. Zunächst verkauften sie Aktien für je zehn Euro, 76 Aktionäre konnten sie gewinnen, andere Schüler, Eltern und Lehrer. Jetzt stellten sie einem guten Dutzend Aktionäre ihre Entwürfe vor: schwarze T-Shirts mit weißem Druck, Sprüche wie „Hoch die Hände – Wochenende“ und „Bad choices make good stories“. Alle seien in Umfragen auf Beliebtheit getestet, versichert Jurina Zech, zuständig für das Marketing. „Wir wollen Jugendliche und Erwachsene ansprechen.“ Verhandlungen mit einer örtlichen Firma, die den Druck übernimmt, wurden schon geführt, Flyer für die Werbung gestaltet, der Auftritt in den sozialen Netzwerken ist fertig. Jetzt beginnt die heiße Phase, in der sich zeigt, wie gut „Alphastoffe“ aufgestellt ist.

Die Aktionäre sparen nicht mit Anregungen. Man könne Vereine ansprechen, individuelle Designs für Gruppen oder Junggesellenabschiede anbieten. Zwinkernd wünscht sich zudem ein älterer Mann „’was Seniorengerechtes“.

Hinter dem Projekt steht das Instituts der deutschen Wirtschaft, das die Firma versichert, Rechenschaftsberichte verlangt, Steuern eintreibt und vorschreibt, dass sich die Schüler einen Lohn von 50 Cent pro Stunde auszahlen. Am Ende gibt’s ein Zertifikat – und von Lehrer Biermann eine Note. Für Franziska Lang sollen sich die Erfahrungen in der Geschäftsführung nach dem Abitur fortsetzen: Sie möchte Betriebswirtschaft studieren und Managerin werden.

www.alphastoffe.jimdo.com


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