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Kölnische Rundschau | Waldbröl als Herausforderung: 400 Gäste beim Neujahrsempfang mit Wolfgang Bosbach
03. February 2016
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Waldbröl als Herausforderung: 400 Gäste beim Neujahrsempfang mit Wolfgang Bosbach

Kreiskämmerer Klaus Grootens (l.) und Wolfgang Bosbach hören aufmerksam zu.

Kreiskämmerer Klaus Grootens (l.) und Wolfgang Bosbach hören aufmerksam zu.

Waldbröl -

Am Abend zuvor hatte er noch bei der „Lambertz-Monday-Night“ im Alten Wartesaal Pasta mit Riesengarnelen in Trüffelsoße genießen dürfen, ehe er – zu seinem eigenen Bedauern, wie er sagte – statt mit Schauspielerin Ornella Muti über deren allerersten Film „Recht und Leidenschaft“ zu diskutieren quer über die Domplatte hetzen musste, um sich dann bei „Hart aber Fair“ mit Frank Plasberg und anderen über „Bürger in Angst, Polizei unter Druck“ auszutauschen – natürlich mit der ihm eigenen politischen Leidenschaft.

Wolfgang Bosbach, 63, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Bergisch Gladbach, ist nicht nur Dauergast in TV-Talkshows, alleine elf Auftritte im vorigen Jahr, sondern tourt auch kreuz und quer durch die Republik, um als gerne gehörter Redner und innenpolitischer Experte seine klare Haltung zu vertreten, etwa in der Asylpolitik. „Wer unsere im Grundgesetz fundamentierten Werte nicht akzeptieren kann oder möchte, der hat sich das falsche Land ausgesucht.“

In Waldbröl, beim traditionellen Neujahrsempfang von Stadt und Wir für Waldbröl GmbH, ist Wolfgang Bosbach kein Talk-Gast, sondern darf alleine reden, so lange und so viel er möchte. Das schafft er pointiert, und er begeistert die über 400 Gäste im Saal mit klaren Aussagen zur Flüchtlingspolitik und der Forderung nach einer europäischer Solidargemeinschaft. Länder, die sich verweigerten, müssten eben mit Subventionskürzungen rechnen.

Bürgermeister Peter Koester und Henning Hergt als Moderator des Abends hatten den Gastredner zuvor begrüßt, wobei sich Koester erleichtert zeigte, als Bosbach eintraf – mit nur 15-minütiger Verspätung. „Ich war dieses Jahr schon dreimal in den neuen Ländern“, sagte dieser. „Aber von Bergisch Gladbach mit dem eigenen Auto nach Waldbröl mit seinen Baustellen zu reisen – das ist eine echte Herausforderung.“

Diese Herausforderung hatte allerdings auch Bernd Rüdiger aus Waldbröls Partnerstadt Jüterbog angenommen, ebenso Bernhard Voelkel aus dem hessischen Aßlar, Rüdiger Gennies aus Reichshof und Klaus Grootens, Kreiskämmerer (in Vertretung von Landrat Jochen Hagt). Die zahlreichen Gäste hatten Peter Koester, Ehefrau Rosi Bertamini-Koester sowie Nicole Williams als Geschäftsführerin der „Wir für Waldbröl“-GmbH alle persönlich per Handschlag begrüßt. Die Original Oberbergische Dampfkapelle gab die musikalische Würze, Waldbröler Gastronomen die kulinarische, die WKG mit den Kinderprinzessinnen Fibi und Paulina die fröhliche. Für diese selbstverständliche Unbefangenheit warb auch Bosbach: „Die Welt wird nicht besser, wenn wir unser Leben nicht mehr so leben, wie wir es immer getan haben: friedlich und fröhlich.“ Sprach’s, und entschwand zum nächsten Auftritt Richtung Köln: „Karneval beim EffZeh ...“