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Kölnische Rundschau | Unliebsame Überraschungen: Waldbröler Klinik-Sanierung wird deutlich teurer
16. February 2016
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Unliebsame Überraschungen: Waldbröler Klinik-Sanierung wird deutlich teurer

Zum Teil bis auf den nackten Beton mussten Wände und Böden abgetragen werden, um im Zuge der Kliniksanierung die Schadstoffe beseitigen zu können. Eine Fülle von Unwägbarkeiten habe zu den Mehrkosten von 6,2 Millionen Euro geführt, erklärt die Klinikum GmbH.

Zum Teil bis auf den nackten Beton mussten Wände und Böden abgetragen werden, um im Zuge der Kliniksanierung die Schadstoffe beseitigen zu können. Eine Fülle von Unwägbarkeiten habe zu den Mehrkosten von 6,2 Millionen Euro geführt, erklärt die Klinikum GmbH.

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privat

Waldbröl -

Die Sanierung des Waldbröler Krankenhauses wird teurer als veranschlagt. Deutlich teurer: Statt der kalkulierten 24 Millionen Euro sollen die Arbeit nun rund 30 Millionen Euro kosten. Aktuell wird von einer Kostensteigerung von 6,2 Millionen Euro ausgegangen.

Eine Fülle nicht vorhersehbarer Einzelheiten habe zu der Summe geführt, sagt Joachim Finklenburg, Hauptgeschäftsführer der Klinikum Oberberg GmbH. Der Fund von Asbest und PCB habe zur Umstellung der Sanierung geführt, die Insolvenz einer der am Bau beteiligten Firmen zu Verzögerungen. Allein der Einspruch eines Anbieters gegen die Auftragsvergabe in einem der Gewerke blockierte den Fortgang über acht Monate: „Und das führt dann wieder zu Nachforderungen anderer Anbieter.“ Das Sanieren eines 50 Jahre alten Gebäudes berge immer unliebsame Überraschungen: „Man macht die Wand auf, und die Kabel, die da liegen sollten, sind nicht da. Man denkt, der Boden kann drinbleiben, und dann muss doch der ganze Estrich raus.“

„Wir machen nur das Nötigste“

Dass es zu Kostensteigerungen kommen werde, habe man immer wieder kommuniziert, so Finklenburg. Über das tatsächliche Ausmaß habe der Projektsteuerer aber erst spät informiert. Zu spät, was ihn Anfang 2015 den Job kostete. Aber auch sein Nachfolger habe bestätigt: Auch die bis heute angefallenen Mehrkosten seien begründet: „Wir führen keine Luxussanierung durch, sondern wir machen nur das Nötigste“, so Finklenburg. Ende 2016 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

In einem Brief hat der Klinik-Chef die Eigentümer der Klinikum Oberberg GmbH über die aktuelle Lage informiert und um Hilfe gebeten. Dem Kreis gehören fast 48 Prozent der Klinikum GmbH, 28 Prozent hält der Landschaftsverband, 22 die Stadt Gummersbach. Die Stadt Waldbröl ist mit 1,25 Prozent, die Stadt Wiehl mit 0,9 Prozent beteiligt.

Der Kreis soll 4,5 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz bekommen. Einen Teil davon könne er in die Sanierung des Krankenhauses Waldbröl stecken, schlägt Finklenburg vor.

Den Rest der fehlenden 6,2 Millionen müsste die Klinikum GmbH als zusätzlichen Kredit aufnehmen. Das wäre zwar ein gangbarer Weg, nur: Eigentlich wollte der Kreis von dem Geld die Erweiterung seiner Gesundheitsakademie Agewis und den Bau eines Schulungszentrums für die Feuerwehren realisieren.

Alles wird nicht gehen, sagt SPD-Fraktionschef Ralf Wurth. Doch hält sein CDU-Kollege Peter Biesenbach (MdL) dagegen: „Das kriegen wir hin, und zwar ohne, dass es sich auf die Kreisumlage auswirkt.“

Im Bauausschuss des Klinikums werden die Vertreter der Eigentümer heute weitere Details erfahren, am Freitag trifft sich der Aufsichtsrat. Anfang März kommt das Thema im Kreistag auf den Tisch.