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Wettbewerb „Leader“: Kreis will die EU-Millionen

Oberbergs Leader-Bewerbungen sollen verschiedene Handlungsfelder abdecken. Der Tourismus könnte Teil davon sein und in den Genuss der Fördermittel kommen. (Foto: dpa)

Oberbergs Leader-Bewerbungen sollen verschiedene Handlungsfelder abdecken. Der Tourismus könnte Teil davon sein und in den Genuss der Fördermittel kommen. (Foto: dpa)

Oberberg -

Es geht um mehrere Millionen Euro Fördergeld und um die Chance, den Kreis ein Stück besser zu machen. Der Kreis will sich mit zwei Regionen – Nord und Süd – für das NRW Förderprogramm „Leader“ bewerben.

Das EU-Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums sei bis 2020 die einzige nennenswerte Quelle für Fördermittel in NRW, erklärte Kreisdirektor Jochen Hagt am Dienstag auf der ersten Regionalkonferenz in Lindlar, die der Auftakt für das Bewerbungsverfahren im Südkreis war. Der Norden folgt Ende Oktober. Rund 200 Vertreter aus allen Gesellschaftsbereichen waren dazu ins Tagungszentrum Metabolon gekommen.

Grund für die Nord-Süd-Teilung: Der Kreis ist mit seinen rund 270 000 Einwohnern zu groß für eine Einzelbewerbung. Daher gibt es für Wipperfürth, Hückeswagen, Marienheide und Radevormwald eine zweite Bewerbung.

1,3 Millionen für Einzelprojekte

Die Chance für Oberberg liegt in dem vielschichtigen Ansatz von Leader. Statt flächendeckend Fördermittel auszuschütten, sollen Einzelprojekte mit jeweils 3,1 Millionen Euro unterstützt werden. Hat eine der beiden Bewerbungen aus Oberberg Erfolg, wird vor Ort über die Vergabe der Gelder entschieden. Während des gesamten Förderzeitraums bis 2020 können Mittel beantragt werden.

Leader-Pojekte müssen die Kriterien „regional, nachhaltig, partizipativ und innovativ“ erfüllen, stellte Dr. Frank Bröckling, Geschäftsführer von Planinvent vor. Das Münsteraner Büro berät den Kreis bei der Bewerbung. Konkret bedeuten diese Kriterien: So ziemlich jeder gesellschaftliche Aspekt kann eingebunden werden. So hat der Breitbandausbau auf den Dörfern ebenso eine Chance, Teil der Leader-Kampagne zu werden, wie das Morsbacher Repair-Café.

In Lindlar wurden zum Auftakt nun erst einmal Anregungen gesammelt, welche Handlungsfelder in die Bewerbung aufgenommen werden sollen. „Es soll für alle gesellschaftlichen Gruppen die Möglichkeit geben, an den Handlungszielen mitzuarbeiten“, betonte Lutz Freiberg, von der Kreisverwaltung.

Chancen stehen gut

Für Oberberg sieht Jochen Hagt neben den Geldern auch weiteres Potenzial. „Als Leader-Region öffnen sich auch die Türen für Fördertöpfe des Landes“. Die Chancen für zumindest eine der beiden Bewerbungen aus Oberberg stehen nach Einschätzung der Berater von Planinvent gut: 24 Regionen in NRW sollen 2015 ins Leader-Programm aufgenommen werden, mit rund 40 Bewerbungen sei zu rechnen.

Am 23. Oktober entscheidet der Kreistag über die Leader-Bewerbung für beide Teilregionen. Am 16. Februar 2015 muss das Bewerbungskonzept bei der Landesregierung vorliegen. Knapp zwei Monate später soll die Entscheidung fallen, ob Oberberg den Förderzuschlag erhält.

www.obk.de/leader