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Tödlicher Unfall: Motocross-Fahrer rast in Zuschauermenge bei ADAC MX Masters

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Bei dem Motocross-Event in Bielstein ist es am Sonntag zu einem schweren Unfall gekommen.

Foto:

Alexander Hoene

Wiehl-Bielstein -

Ein Unfall mit einem Toten und drei Schwerverletzten bedeutete am Sonntag das Ende eines bis dahin perfekten Motocross-Wochenendes auf dem Bielsteiner Waldkurs.

Von einer Sekunde auf die andere wurde aus einer gut organisierten Veranstaltung eine Tragödie: Im Rahmen der MX Masters verlor gegen 14.45 Uhr der belgische Motocrossfahrer Jeremy Delince die Kontrolle über sein Motorrad, stieg in hohem Tempo an dem Erdwall auf, der sich entlang der Ideallinie zieht und flog über die Streckenbegrenzung.

Sein Motorrad traf einen 28-jährigen Gummersbacher so schwer am Kopf, das dieser noch an der Unfallstelle starb. Alle Reanimierungsversuche schlugen fehl.

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Außer einem Todesopfer hat es beim ADAC MX Masters mehrere Schwerverletzte gegeben.

Foto:

Alexander Hoene

Frau und Kinder standen direkt daneben

Ebenfalls schwer verletzt wurden nach Polizeiangaben 42-jähriger Sportwart, der als Streckenposten eingeteilt war und ein 15-jähriger Zuschauer aus Reichshof.

Auch der belgische Fahrer kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, Die Frau des Getöteten, die gemeinsam mit den zwei kleinen Kindern das Geschehen aus nächster Nähe miterlebt hatte, erlitt einen Schock und wurde noch vor Ort seelsorgerisch behandelt.

„Die Verletzungen von Fahrer und Sportwart sind nach ersten Erkenntnissen nicht lebensbedrohlich“, sagte ADAC-Sprecher Oliver Rundschke. Einen weiteren Verletzten hatte es bereits nach dem Start gegeben, als sich ein Fahrer bei einem Sturz den Arm brach.

Nach ersten Erkenntnissen hatte sich der Gummersbacher, der mit seiner Familie als Besucher an der Strecke war, beim einsetzenden Regen unter die große Eiche geflüchtet, um sich vor der Nässe zu schützen. „Wir gehen davon aus, dass der Bereich Speerzone war“, so Rundschke. Das heißt, der Abschnitt war für Zuschauer verboten.

Das Motorrad traf einen 28-jährigen Gummersbacher so schwer am Kopf, das dieser noch an der Unfallstelle starb.

Das Motorrad traf einen 28-jährigen Gummersbacher so schwer am Kopf, das dieser noch an der Unfallstelle starb.

Foto:

Alexander Hoene

Lähmendes Entsetzen bei Zuschauern

Kurz nach dem Unfall waren Polizei und Kripo vor Ort, um das Geschehen zu analysieren und Spuren zu sichern, wie Einsatzleiter Polizeikommissar Carsten Tschernick erklärte. Aus einem Hubschrauber fotografierte die Polizei die Strecke. Auch der ADAC wird den Unfall, den ersten dieser Art bei den MX Masters, einer hochkarätigen Motocrossklasse, die direkt unterhalb der Weltmeisterschaft angesiedelt ist, analysieren und die Frage der Sperrzone klären.

Derweil herrschte bei den Mitgliedern des MSC Drabenderhöhe-Bielstein ebenso lähmendes Entsetzen wie bei den Zuschauern, die schweigend den Waldkurs verließen.

Rennleiter Gerd Vilshöfer hatte das Rennen sofort abgebrochen. Kurz vor dem Start der Masters hatte sich Dieter Porsch, Leiter Motorradsport im ADAC, noch sehr lobend über die Strecke geäußert und dabei auch die Umbauten hervorgehoben, die im Zeichen der Sicherheit gemacht wurden. Wenige Minuten später kam es zu dem Unfall.