Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Bürgervorschlag : Bauausschuss sieht kaum Chancen für die Ortsumgehung Hohkeppel

Der Vorschlag einer Ortsumgehung für Hohkeppel wurde vom Heimatverein des Ortes eingebracht. Die Strecke orientiert sich an der Topographie und kommt ohne Brückenbau aus. Die Fraktionen im Bauausschuss haben den Vorschlag den beiden Varianten des Planungsbüros vorgezogen. (Grafik: )

Der Vorschlag einer Ortsumgehung für Hohkeppel wurde vom Heimatverein des Ortes eingebracht. Die Strecke orientiert sich an der Topographie und kommt ohne Brückenbau aus. Die Fraktionen im Bauausschuss haben den Vorschlag den beiden Varianten des Planungsbüros vorgezogen. (Grafik: )

Foto:

Böhne

Hohkeppel/Lindlar -

Lieber selbst tätig werden, als weiter auf die große Lösung durch das Land zu  warten: Auf diese Aussage lässt sich die Diskussion zur Ortsumgehung Hohkeppel im jüngsten Bauausschuss zusammenfassen.


Die Einwohner von Hohkeppel klagen seit Jahrzehnten über die hohe Verkehrsbelastung. Vor allem der Lkw-Verkehr im verwinkelten Ortskern ärgert die Anwohner.


Vergangenes Jahr war wieder Bewegung in die seit Jahren stockenden Planungen gekommen: Der Kreis hatte eine Untersuchung der Verkehrssituation in Auftrag gegeben und die Ergebnisse wurden jetzt dem Bauausschuss vorgestellt.


Die Lindlarer haben allerdings nur begrenzten Einfluss auf das Projekt. Denn in Hohkeppel treffen Land- und Kreisstraßen aufeinander. Damit sind auch Kreis und Land für das Projekt zuständig.
Aus Gummersbach wurden nun zwei Vorschläge für Ortsumgehungen vorgestellt: Die sogenannte Südumgehung für 9,2 Millionen Euro und die Nord-Umgehung, für 13,8 Millionen Euro.  Für beide hätten erst aufwendig Brücken gebaut werden müssen.


Parallel hat der Heimatverein Hohkeppel eine dritte Trasse ins Spiel gebracht. Kostenschätzungen liegen für diese Trasse zwar noch nicht vor. Einer ersten Einschätzung aus dem Rathaus zufolge dürfte diese Trasse aber erheblich günstiger sein, da sie sich an der Topografie orientiert und ohne Brückenbauten auskommt.


Kurz: Die Ausschussmitglieder favorisieren den Plan aus Hohkeppel. „Das ist der Vorschlag, der am ehesten der Realität entspricht“, erklärte Armin Brückmann (CDU). Auch die SPD ist skeptisch, was die beiden Vorschläge aus Gummersbach betrifft: „Der Eingriff bei den beiden vorgestellten Maßnahmen ist ganz erheblich“, gab Lutz Freiberg zu bedenken.


Marco Brück (FDP) fasste das so zusammen: „Wofür geben wir zigtausend Euro für das Planungsbüro aus, wenn uns die Bürger kostenlos einen viel besseren Vorschlag machen?“


Einig waren sich die Ausschussmitglieder darin, dass die Planung für eine Umgehungsstraße ohnehin kaum Aussicht auf Erfolg hat. „Seien wir realistisch: Da werden eher Autos fliegen können“, formulierte es Patrick Heuwes (Grüne).


Tatsächlich bedeuten die Planungen lediglich einen ersten Schritt. Die Lindlarer Verwaltung schreibt in ihrer Stellungnahme für den Ausschuss, dass von einer Realisierung mittelfristig „realistisch nicht auszugehen“ sei.


Daher wurde zwar beschlossen, die Ortsumgehung nach dem Trassenplan des Heimatvereins an das Land zu schicken, allerdings setzen die Lindlarer eher auf andere Ansätze.
Kreis und Land sollen helfen, mit verbesserter Verkehrslenkung und einer integrierten Verkehrsplanung den Verkehr in Hohkeppel in den Griff zu bekommen.