Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Altkleider-Container: Freitag leer, Sonntag voll

Überquellende Altkleider-Container fand ein Leser jetzt in Refrath gleich an mehreren Orten. (Foto: privat)

Überquellende Altkleider-Container fand ein Leser jetzt in Refrath gleich an mehreren Orten. (Foto: privat)

Bergisch Gladbach -

Wer in der Stadt Säcke mit alten Kleidern – wie es sich gehört – in städtische Container werfen möchte, muss sich auf Schwierigkeiten gefasst machen. Der Refrather Angestellte Hubert W. berichtete jetzt von einer „wahren Odyssee“.

Sonntag hatte er einen Sack auf sein Fahrrad gepackt. Doch weder an der Kreuzung „In der Auen/Stadtbahn“, noch in der Straße „In der Taufe“ konnte er seine alten Hosen loswerden.

Dritter Versuch: Burgplatz in Kippekausen. Auch hier das gleiche schlimme Bild: Volle Container, verstopfte Öffnungen, Säcke liegen daneben. Auch der Container an der Immanuel-Kant-Straße war überfüllt. Zumindest schaffte es Hubert W. doch, seine Altkleider korrekt loszuwerden: Vor dem Refrather Treff des DRK. Da dort mehrere Container stehen, war selbst Sonntag noch Platz vorhanden. Die Nachfrage bei der Verwaltung zeigt: Altkleidersammlung in GL ist „ein schwieriges Geschäft“, sagt offen Willi Carl, Leiter des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes. Als die Stadt die Verantwortung von einer privaten Firma übernahm, hatte diese 2012 rund 220 Tonnen gesammelt. Carl: „Unser Ziel war: 50 Tonnen mehr!“

„Müll ist ein schwieriges Geschäft“

Am Ende des Jahres allerdings hatten die städtischen Mitarbeiter 420 Tonnen aus den Containern geholt. „Darauf mussten wir reagieren“, sagt Carl. Ein zweites Fahrzeug wurde angeschafft. Damit können nun bis zu zweieinhalb Tonnen pro Arbeitstag eingesammelt werden, an 250 Arbeitstagen, manchmal fahren die Autos auch Samstag. Theoretisch reicht das, um über 500 Tonnen einzusammeln. Manche Container in der Stadt werden zwei- bis dreimal die Woche geleert. Doch es reicht nicht.

Die Gründe: Container werden völlig unkalkulierbar gefüllt. Er habe erlebt, dass ein Container Freitags geleert wurde. „Und Sonntag war er wieder voll!“ Es gebe große Unterschiede zwischen den Monaten: 2013 war der Oktober „schwächster Monat“ mit 21 Tonnen, im April 2013 waren es 48 Tonnen „. . . Und dazu kamen jetzt Feiertage.“

Oftmals würden auch zu große Plastiksäcke verwendet. Die alles verstopften, nicht nach unten fielen. Und, zum Ärger der Stadt, werden immer mehr „gefledderte“ Säcke eingeworfen, mit unbrauchbaren Resten oder gewaltigen Mengen an Steppdecken. Carl vermutet, dass diese Säcke aus anderen Sammlungen stammen. Er habe einer Frau dabei geholfen, einen Container zu durchsuchen, die ihre Schlüssel vermisste. Dabei fand er Säcke voller Karnevalsutensilien. „Nicht nur Kostüme, sondern auch alles, von alter Schminke bis Tröten.“

Restmüll ist für Carl und seine Mitarbeiter ein großes Ärgernis. Immer mehr davon findet sich in den Containern, bis hin zu Ölkanistern. Auch steigt keiner von Carls Mitarbeitern mehr einfach in einen Container, um Säcke herauszuwuchten. Nur noch mit schnittsicheren Handschuhen, angesichts von spitzen Gegenständen bis hin zu Messern, die sie fanden.

Wer größere Mengen Altkleider hat, solle vorher anrufen, bittet Carl. „Wir holen das auch ab auf Anruf.“ Noch eines betont er: Der geborgene Restmüll werde nicht einfach neben den Containern liegengelassen. „Dafür kommen aber später andere Fahrzeuge. Da reichen die Tonnen auf den Altkleider-Fahrzeugen nicht aus.“