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Ausstellung im Rathaus von Kürten: Kleine Stücke aus dem großen Zyklus von Karlheinz Stockhausen

Im Rathaus-Foyer erläuterten Suzanne Stephens (3.v.l.) und Kathinka Pasveer (r.) die Krieger-Figuren. Bürgermeister Willi Heider hörte interessiert zu. Seit 2011 stellt die Stockhausen-Stiftung jährlich im Rathaus aus.

Im Rathaus-Foyer erläuterten Suzanne Stephens (3.v.l.) und Kathinka Pasveer (r.) die Krieger-Figuren. Bürgermeister Willi Heider hörte interessiert zu. Seit 2011 stellt die Stockhausen-Stiftung jährlich im Rathaus aus.

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Daub

Kürten -

Das Archiv, das die Stockhausen-Stiftung pflegt, ist riesig. Die Originalpartituren von Komponist Karlheinz Stockhausen (1928-2007), Entwürfe, Mitteilungen, Briefe, Schallplatten, die Szenenfotos der Aufführungen, private Fotos, Plakate, Kostüme – es ist eine Biographie des berühmten Tonsetzers in Objekten.

Was aber davon auswählen für die aktuelle Ausstellung im Rathaus von Kürten? „Wir haben wirklich viele Sachen in unserem Bestand “, bestätigt Suzanne Stephens von der Stockhausen-Stiftung. Gemeinsam mit Kathinka Pasveer, ihrer Kollegin im Stiftungsvorstand, entschied sie sich für Stücke, die alle im Kontext des großen Opernzyklus „Licht“ stehen. In den Vitrinen im Rathausfoyer sind die Fotos der szenischen Erstaufführungen aus London, aus Köln und Birmingham zu sehen. Die in dunklem Ton gehaltenen Großposter der Premieren in der Mailander Scala von Mitte der 1980er-Jahre. Hinter der Schwingtüre, zum Treppenaufgang hin, grüßen zwei lebensgroße Puppen in den „Krieger“-Kostümen aus „Invasion-Explosion“, einer Sequenz aus dem zweiten Akt der Licht-Oper „Dienstag“.

Kathinka Pasveer, weltweit gefragt als Stockhausen-Regisseurin, ist schon fast im Aufführungsstress. Ab Mai wird sie zwei Monate in Basel sein, im Juni wird dort der Donnerstag aus Licht szenisch gezeigt, das erste Mal seit 31 Jahren. „Die Proben laufen seit fast einem Jahr in unserem Haus in Kürten“, berichtet sie. Trompeter Paul Hübner, einer der Baseler Hauptdarsteller, nutzte die kleine Schau zum Vortrag zweier Stücke. Die Stockhausen-Gemeinde Kürten, Basel, die Welt: Im Bergischen läuft alles zusammen.

1977 begann Stockhausen, die ersten Noten für „Licht“ niederzuschreiben. Am 31. Dezember 2002 schloss er sein musikalisches Lebenswerk ab. Kathinka Pasveer, über Jahrzehnte eine enge Vertraute Stockhausens, erinnerte an seinen Wunsch, in einem nächsten Dasein nur ein einziges Großwerk als Vollendung eines Künstlerlebens zu erschaffen. Tatsächlich komponierte Stockhausen mehr als 25 Jahre an seinen sieben „Licht“-Opern, knapp die Hälfte seiner schöpferischen Jahre. Johann Wolfgang Goethe schrieb über 60 Jahren an seiner „Faust“-Tragödie, den „Faust“-Stoff lernte er schon als Kind im Puppentheater kennen. Anders als Goethe, der erst wenige Wochen vor seinem Tod das Werk abschloss, hatte Stockhausen schon früh eine exakte zeitliche Vorstellung. Anfang 1988, als erst drei der „Licht“-Opern vollständig vorlagen, nannte er prophetisch 2002 als Abschlussjahr des Zyklus. Auch davon berichtet die Ausstellung in Kürten.

Zu sehen bis 22. März zu den Öffnungszeiten des Rathauses


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