Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Autorenprojekt in Rhein-Berg: Schriftsteller schließen sich zur Gruppe 48 zusammen

Die Gruppe 48.

Die Gruppe 48.

Rhein-Berg -

Autorenprojekt „Wir wollen nicht die 137. Literaturgruppe in Deutschland sein“, sagt der Kölner Autor Michael Pilath. Mit elf weiteren Literaturschaffenden sitzt er im Wohnzimmer seiner Rösrather Kollegin Hannelore Furch. Sie wollen künftig zusammenarbeiten und haben eine Vereinigung von deutschsprachigen Autoren, Literaturkennern und Literaturinteressierten gegründet. Die Gruppe 48 heißt der Zusammenschluss, in einem gemeinsamen Papier formuliert er das Ziel, „gute deutschsprachige Literatur zu entdecken und zu fördern“.

Vor dem ersten Treffen haben die Autoren schon aktiv an ihrem Netzwerk gearbeitet, nicht alle Interessierten konnten zum Auftakt nach Rösrath kommen. Die Mehrzahl der Anwesenden lebt im Rheinland, aber auch von weitem angereiste Mitglieder sitzen in der Runde, darunter Martina Sevecke-Pohlen aus Rhauderfehn in Ostfriesland und Jörg F. Nowack aus dem thüringischen Rudolstadt. Zum Start zählt die Gruppe 48 rund 30 Mitglieder.

Ihre Arbeit gehen sie mit hohem Anspruch an. „Wir sind alle ehrgeizig, wir wollen aus der Gruppe was machen“, sagt Gastgeberin Hannelore Furch. „Nur mit Qualität kann man weiterkommen. Wir haben den Ehrgeiz, wirklich gute Literatur herauszufiltern.“ Stark machen will sich die Gruppe für „Literatur, die sich einmischt“ in aktuelle Fragen. Sie will politisch sein, aber nicht parteipolitisch engagiert.

Mit ihrem Namen stellt sie einen Bezug zur berühmten Gruppe 47 her. Die Zahl 48 folgt auf 47, doch das soll keine Nachfolge ausdrücken. In einem gemeinsamen Papier stellt der neue Zusammenschluss eine „lose Beziehung“ zur Gruppe 47 her. Konzeptionell hat er sich aber stark an dem legendären Vorbild orientiert. So ist die Gruppe 48 kein Verein, sondern locker organisiert, alle Anwesenden diskutieren über gelesene Texte und stimmen darüber ab. Mindestens einmal jährlich will die Gruppe zu einem Literaturwettbewerb einladen, er soll Lyrik und Prosa einbeziehen. Bei dem Wettbewerb sollen acht Autoren lesen, vier aus der Gruppe und vier andere Bewerber, eine Jury wählt sie aus. Jeder hat 20 Minuten Zeit für seinen Beitrag, dann sollen 20 Minuten Diskussion folgen. Am Ende bestimmen die Anwesenden, wer den Preis der Gruppe 48 erhält. Für die Teilnehmer bedeutet das einen Tag intensiven Austauschs.

Einen ersten Wettbewerb plant die Gruppe 48 bereits für dieses Jahr, anvisiert ist ein Termin im September, als Ort Köln und Umgebung.

Beim ersten Anlauf wird es wohl noch kein Preisgeld geben, auf Dauer sucht die Gruppe aber Sponsoren. Bei ihrem Auftakttreffen hat sie viel Arbeit an die Anwesenden verteilt. „Wir sind relativ schnell zu Konsensen gekommen“, sagt Hubert Michelis, der bei Frankfurt lebt und nun mit Hannelore Furch das Leitungsteam bildet. Auch für Öffentlichkeitsarbeit, Internetpräsenz und Fördermittel gibt es nun Verantwortliche, eine Jury steht ebenfalls fest. Von den gewünschten Impulsen für die deutschsprachige Literatur kann auch die Arbeit der einzelnen Autoren profitieren, erklärt Hannelore Furch auf Nachfrage: „Wenn aus der Gruppe etwas wird, stehen auch die Mitglieder gut da.“

hannelore.furch@t-online.de

humichelis@aol.com