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Großübung der Feuerwehr: Windhose verwüstet Klingsiepen

Großübung der Feuerwehr: Ein „Dummy“ muss von einem Kran geborgen werden.
 

Großübung der Feuerwehr: Ein „Dummy“ muss von einem Kran geborgen werden.

 

Foto:

Gies

Wipperfürth -

Die Windhose hat ein Feld der Verwüstung hinterlassen. Schwere Dachbalken liegen wie Mikadostäbchen durcheinander und blockieren die Hansestraße. Dächer sind abgedeckt, in unmittelbarer Nähe brennt ein Wohnwagen. Die Feuerwehrleute sehen sich zwei Heizöltanks gegenüber, die durch herumfliegende Trümmerteile beschädigt wurden und jetzt auslaufen. Und dann gibt es mehrere Verletzte. Eingeklemmt in umgestürzten PKW, von Trümmerteilen verletzt oder auf einem Kran gefangen sitzen die Opfer fest und warten auf die Rettungskräfte.

Was hochdramatisch klingt, ist zum Glück nur eine Großübung der Wipperfürther Feuerwehr. Nach und nach bekommen die Einsatzkräfte die Situation in den Griff, bergen die Verletzten und löschen die Brände, bevor sich die Katastrophe ausbreiten kann.

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein und eventuelle Schwachstellen aufzudecken, findet rund alle zwei Jahre eine solche Großübung statt. Dieses Mal wurden die Folgen eines Unwetters samt Windhose simuliert. „Die vielen Gewitter der letzten Wochen gaben den Anlass, dieses Szenario zu inszenieren“, erklärt Jörg Mais, der zusammen mit vier Kameraden die Übung mit viel Mühe ausgearbeitet hat. Keine einfache Aufgabe, die viel Planung und Organisation beinhaltet.

Feuerwehr und das DRK arbeiten Hand in Hand

„Einen Ort für eine Übung dieses Umfangs zu finden ist keine leichte Aufgabe und die Feuerwehr dankt den ansässigen Firmen für ihre Mitarbeit“, meint Stadtbrandinspektor Siegfried Förster, Leiter der Großübung. Am Morgen liefen die Übungsvorbereitungen in der Hansestraße auf Hochtouren. Dummies wurden versteckt und Wipperfürth wurde nach und nach zum Katastrophenort. Möglichst realitätsnah soll alles sein und deshalb wissen die Rettungskräfte nicht, was sie auf der am Ort des Geschehens erwartet. Obwohl sie sich bewusst sind, dass es sich nur um eine Übung handelt, steigt bei den insgesamt 103 Rettern der Adrenalinspiegel, als sie an der Einsatzstelle eintreffen. Die Einsatzleitung in der Feuerwache Wipperfürth koordiniert den Einsatz und steht in ständiger Verbindung mit den teilnehmenden Löschzügen aus den Orten Dohrgaul, Egen, Hämmern, Klaswipper, Kreuzberg, Wipperfeld und Wipperfürth. Vier Wagen vom Roten Kreuz sind ebenfalls an der Übung beteiligt. Nach wenigen Minuten sind sie vor Ort und müssen die Lage schnell erfassen und handeln. Unter der Leitung von Siegfried Förster arbeiten sie routiniert die verschiedenen Aufgaben ab. „Dazu gehören Brandbekämpfung, der Umgang mit Gefahrenstoffen und natürlich die Personenrettung“, so Förster.

Die Feuerwehrleute machen einen gelösten Eindruck, als die Übung nach etwa einer Stunde vorbei ist, die Löschzüge aufräumen und nach und nach abrücken.

Direkt im Anschluss findet eine Manöverkritik statt. Hier wird mit einigem Abstand zur Situation die Leistung der Einsatzkräfte reflektiert. Kreisbrandmeister Frank Peter Twilling, der die Übung beaufsichtigt hat, zeigt sich mit der Arbeit der Einsatzkräfte sehr zufrieden. „Sie sind mit viel Ruhe und Sachverstand an die Sache herangegangen“, erklärt er.

Die Löschgruppe Thier, die ebenfalls an der Übung teilnehmen sollte, war nicht dabei. Ihr kam kurz vor Beginn ein echter Einsatz dazwischen. Nach starkem Regenguss und Hagelschauer war eine Straße überflutet worden. Weit hergeholt ist es also nicht mit dem Unwetterproblem.