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Internet: Nicht jeder in Bergisch Gladbach kann das schnelle Netz nutzen

In vielen Stadtteilen verlegt jetzt auch die Telekom neue Glasfaserkabel. Die haarfeinen Fasern aus Quarzglas leiten besser als die herkömmlichen Kupferleitungen.

In vielen Stadtteilen verlegt jetzt auch die Telekom neue Glasfaserkabel. Die haarfeinen Fasern aus Quarzglas leiten besser als die herkömmlichen Kupferleitungen.

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Christopher Arlinghaus

Bergisch Gladbach -

Wenn die neuen Glasfaserkabel der Kommunikationsunternehmen vor der Haustür liegen, heißt das nicht, dass das schnelle Internet auch wirklich ins Haus kommt.

Während sich Telekom und Netcologne bemühen, die Stadt Bergisch Gladbach mit neuen Leitungen zügig zu versorgen, hat mancher Kunde nichts davon.

Ein Beispiel: der Stadtteil Moitzfeld. Dort hat Netcologne neue Glasfaserkabel verlegt. Von der Freude, mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Internet zu surfen, sind aber Telekom-Kunden ausgeschlossen. Grund: Die Telekom kann die Netcologne-Leitungen nicht nutzen. „Das liegt an der Technik“, erklärt es Telekom-Sprecher André Hofmann.

Für einen Anwohner der Otto-Hahn-Straße ist diese Auskunft ärgerlich: „Die Telekom baut in der Stadt das Kabelnetz immer weiter aus, den grauen Verteiler-Kasten haben wir ganz in der Nähe. Der ist aber nicht von der Telekom. Also müssen wir uns weiter mit zehn bis 15 Megabit zufrieden geben“, kritisiert er. Ein Wechsel des Anbieters komme für ihn nicht in Frage. Zumal die Telekom doch über die Technik verfüge.

„Mit unserer Technik können wir nicht so einfach auf die Netcologne-Leitungen umschalten“, sagt Hofmann. Das Unternehmen arbeite daran, könne aber keinen Zeitraum nennen, wie lange die Kunden noch warten müssen. Umgekehrt klappt die gegenseitige Nutzung der Kabelleitungen bereits: Netcologne nutzt die Glasfaserleitungen der Telekom und bietet darüber den Kunden hohe Internetgeschwindigkeiten an. Das erklärt Hofmann so: „Die Technik von Netcologne baut auf der Telekom-Technik auf. Da ist es einfacher, auf unsere Leitungen zu schalten.“

Auch das Kölner Unternehmen Netcologne bestätigt auf Nachfrage: „Grundsätzlich ist es möglich, dass auch die Telekom Leitungen von uns beziehen kann, in denen nicht sie, sondern wir ausgebaut haben. In Bergisch Gladbach sind das die Stadtteile Hand, Paffrath, Herkenrath, Moitzfeld und Nußbaum“, teilt Sprecherin Jennifer Becker mit. „Aktuell ist die Telekom noch nicht in der Lage, Leitungen von uns zu nutzen.“ An der technischen Vorbereitung arbeiteten beide Unternehmen derzeit. Die rechtlichen Voraussetzungen, Grundlage für den Einkauf so genannter Vorleistungsprodukte, seien bereits geschaffen, so Becker.

Nur stellt das die Kunden nicht zufrieden. Das hört auch Jonas Geist vom Stadtentwicklungsbetrieb immer wieder. Er koordiniert den Breitbandausbau im Stadtgebiet. „Dem Endkunden ist es völlig wurscht, wer die Leitungen ausbaut. Für ihn ist entscheidend, was der Anbieter ihm liefert.“ Welches Kommunikationsunternehmen wo sein Glasfasernetz ausbauen darf, entscheide nicht die Stadt, sondern die Bundesnetzagentur. Telekom und Netcologne seien die Hauptanbieter in Bergisch Gladbach, so Geist. „Das Interesse der Stadt dabei ist, Lücken zu schließen und schnelle Verbindungen anbieten zu können.“